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Chemotherapie verhindern Brustkrebsfrüherkennung ist wichtig – besonders in Zeiten von COVID-19

Das Nutzen eines Arztbesuches übersteigt in der Regel das durch COVID 19 herrschende Risiko. Bei der Früherkennung einiger Krankheiten kann einiges verhindert werden und zum Beispiel ist bei Brustkrebs nicht immer ist eine, das Immunsystem belastende, Chemotherapie nötig. Besonders Vorsorgeuntersuchungen sind essenziell und sollten weiterhin wahrgenommen werden.

Zu Beginn der Pandemie galt es als Regel, die Arztpraxen nur aufzusuchen, wenn es dringlich war – begründet durch eine mögliche Ansteckung mit dem Corona-Virus und die befürchtete Überlastung der Ärztinnen und Ärzte. Auch die Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt waren davon betroffen. Mit dem Anfang der kalten Jahreszeit infizieren sich wieder mehr Menschen mit COVID-19. Die derzeitige Lage zeigt, dass die Arztpraxen darauf vorbereitet sind. Hygienemaßnahmen gehören zum Alltag und Frauen nehmen die Termine bei ihrem Gynäkologen weiter wahr.

Besonders wichtig ist der Gang zur Vorsorgeuntersuchung gerade unter COVID-Bedingungen, weil zusätzliche Erkrankungen und Belastungen das Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Infektion erhöhen. Dies gilt im Besonderen auch für Patientinnen, die mit einer Chemotherapie behandelt werden. Eine Chemotherapie hat in der Regel schwere Nebenwirkungen und kann das Immunsystem vorübergehend erheblich schwächen.

In vielen Fällen ist eine Chemotherapie vermeidbar

Nicht jede Frau profitiert von einer Chemotherapie. Bei hormonsensitiven, HER2-negativen Brustkrebs im Frühstadium kann ein Test der einen möglichen Chemotherapienutzen vorhersagen kann helfen herauszufinden, welche Patientin neben der Standard-Hormontherapie keine Chemotherapie benötigt und welche einen wahrscheinlichen Nutzen davon hat. Es wurde nachgewiesen, dass ca. 80 % aller Patientinnen mit dieser Brustkrebsart keine Chemotherapie benötigen.[1] Nur ein Test, der den Nutzen oder eben die Nutzlosigkeit einer Chemotherapie verlässlich voraussagen kann, hilft Arzt und Patientin bei der Entscheidung über die jeweils individuell angepasste Therapie.[2] Eine Entscheidung, die in den meisten Fällen ruhigen Gewissens gegen eine Chemotherapie getroffen werden kann.

In der Schweiz haben alle Frauen Zugang zu dem Test. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.


Christiane M. konnte auf eine Chemotherapie verzichten. Sie empfiehlt allen Brustkrebspatientinnen: „Informiert euch über den Test.“

„Ich brauchte keine Chemotherapie“

Christiane M. denkt oft an den Tag, an dem sie ihre Diagnose erhielt: Brustkrebs. Ihr Mann war glücklicherweise zu Hause, ihre Kinder kamen gerade zurück von der Schule. Ihnen davon erzählen zu müssen, war für sie das Schlimmste. Ihr jüngster Sohn fragte verzweifelt: „Bist du dann in zwei Jahren noch da?“ „Ich hoffe, ja“, konnte sie ihm nur antworten. Sie fühlte sich elend.

Nachdem der Tumor entfernt war, liess sie einen Genexpressionstest durchführen. Als sie das Resultat erhielt, dauerte es eine Weile, bis sie die gute Nachricht verstand: Sie benötigte keine Chemotherapie. Dieses Wissen gab ihr endlich Sicherheit. Eine naturheilkundliche Begleitung half ihr, mit den Nebenwirkungen der Bestrahlungstherapie zurechtzukommen. Sie ging sehr bewusst mit der Krankheit um. Die Gewissheit, den Krebs überwinden zu können, war für sie in dieser Zeit die grösste Stütze. Gefestigt fühlte sie sich auch durch die begleitende Psychotherapie: „Ich musste mich nicht neu erfinden. Aber ich lebe jetzt bewusster.“

 


[1] Sparano JA et al. New Engl J Med. 2018.

[2] IQWiG-Pressemitteilung vom 27.02.2020: Biomarker-Tests zur Entscheidung über Chemotherapie bei Brustkrebs: Keine Indizien für Übertragbarkeit, 2020. URL: https://www.iqwig.de/de/presse/pressemitteilungen/2020/biomarker-tests-zur-entscheidung-ueber-chemotherapie-bei-brustkrebs-keine-indizien-fuer-uebertragbarkeit.12882.html.

Erstellt: 27.11.2020 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. in Kooperation mit Exact Sciences International Sàrl erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.

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