Frauengesundheit Urologie für die Frau

Blasenentzündungen, Inkontinenz oder andere Probleme mit der Blase, Niere oder dem Harnleiter: All diese Beschwerden können vom Urologen behandelt werden. Viele Menschen haben bei einem Urologen einen Arzt ausschliesslich für Männer vor Augen, doch die Urologie beschäftigt sich auch mit den Organen des Harntraktes (Nieren, Harnblase, Harnröhre und Harnleiter) von Frauen und Männern.

Bereiche der Urologie

Ganz allgemein betrachtet ist die Urologie ein Teilgebiet der Medizin. Der Begriff stammt aus dem griechisch οὖρον, was Harn bzw. Urin bedeutet. Entsprechend beschäftigt sich dieses medizinische Fachgebiet auch mit den harnbildenden und harnableitenden Organen, also mit Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre bei beiden Geschlechtern. Dass das Bild des «Männerarztes» so verbreitet ist, liegt daran, dass Urologen auch für die Behandlung von Krankheiten der Geschlechtsorgane von Männern zuständig sind, sprich: Prostata, Penis, Samenleiter, Samenbläschen, Hoden und Nebenhoden und decken damit auch Bereiche der Andrologie ab (z.B. Sexual- oder Fruchtbarkeitsstörungen). Untersuchung und Behandlung von den weiblichen Geschlechtsorganen fallen in das Aufgabenfeld der Gynäkologie. Welches sind die häufigsten Themen im Bereich Urologie für die Frau?

Die Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung, auch Zystitis oder Cystitis genannt, äussert sich meist durch häufigen Harndrang und Brennen beim Wasserlassen. Bei einer Blasenentzündung treten zusätzlich vielfach Schmerzen im Unterbauch auf. In schweren Fällen kann es zu Blut im Urin kommen. In einem solchen Fall sollte dringend ein Spezialist aufgesucht werden.

Aufsteigende Infektionen in der kurzen weiblichen Harnröhre sind der Grund für eine Blasenentzündung. Wenn sich Bakterien in der Harnblase vermehren und entsprechende Giftstoffe absondern, kommt es zu einer bakteriellen Infektion. Darmbakterien bei einer falschen Toilettenhygiene können zum Beispiel der Auslöser sein. Ein geschwächtes Immunsystem, eine strapazierte Scheidenflora oder eine zu geringe Trinkmenge können zudem das Risiko einer Ansiedlung von Bakterien zusätzlich erhöhen.

Bei einer Blasenentzündung ist es entscheidend, dass sie frühzeitig erkannt und behandelt wird. Ist das der Fall, ist sie in der Regel harmlos. Mittel gegen eine leichte Blasenentzündung können harntreibende Tees wie Bärentraubenblätter, Brennnessel, Goldrutenkraut oder eine Tee-Mischung aus der Apotheke, warme Kleidung oder Preiselbeersaft sein. Auf Kaffee, Alkohol und Zitrusgetränke, die die Harnwege zusätzlich reizen können, sollte verzichtet werden. Vom Arzt werden meist entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt und bei einer fortgeschrittenen Entzündung ein Antibiotikum. Bei einer verspäteten Behandlung kann es zu Begleitinfektionen wie einer Nierenbeckenentzündung kommen, die sofort therapiert werden muss.

Inkontinenz / Blasenschwäche

Inkontinenz oder eine Blasenschwäche äusseren sich in der Regel durch einen plötzlichen und übermässig starken Harndrang, obwohl die Blase noch nicht richtig gefüllt ist. Das kann mehrmals pro Stunde auftreten und oft schaffen es Betroffene nicht mehr rechtzeitig auf die Toilette, wobei von ungewolltem Urinverlust gesprochen wird. Dies ist partout noch keine Krankheit, sondern ein Anzeichen für eine Schwäche im Bereich der Harnblase und des Beckenbodens, wofür es Lösungen gibt. Ursachen für eine solche Schwäche können sehr unterschiedlich sein, wie beispielsweise Störungen der Blasenfunktion, der Nerven, die die Blasenentleerung steuern, anatomische Besonderheiten, Schliessmuskelprobleme, Medikamente und generalisierte Erkrankungen wie Parkinson. Dass Frauen häufiger an einer Blasenschwäche leiden als Männer, liegt an Schwangerschaft, Geburten, eine mit den Jahren erschlaffende Muskulatur des Beckenbodens und hormonellen Faktoren. Das Risiko, an einer Inkontinenz zu leiden, steigt mit dem Alter. Für eine zielführende Behandlung und optimale Therapie, ist eine exakte Diagnostik nötig. Beckenbodentraining, medikamentöse oder operative Therapien, mechanische Hilfsmittel, Injektionen oder Implantationen können Bestandteile einer Therapie sein.

Weitere Informationen dazu: Inkontinenz Diagnostik & Therapien.

Blasen-, Nieren oder Harnleitersteine

Sogenannte Steine können im gesamten Harntrakt vorkommen. Sie entstehen, da im Urin viele Stoffe und Mineralien gelöst sind, die bei starker Konzentration ausfallen können und zu festen Gebilden (meist Salzen) führen. Ursachen für die Entstehung von Steinen sind unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, falsche Ernährung, Stoffwechselstörungen, Abflussbehinderungen im Harntrakt, chronische Harnwegsinfekte, langjährige mangelhafte Blasenentleerung oder mögliche Verengungen unterhalb der Blase. Wenn Steine zu Schmerzen (meist Koliken), Entzündungen und Harnstau führen, sollte dringend ein Spezialist aufgesucht werden. Grössere Steinen müssen meist mit einer Therapie behandelt werden. Das kann u.a. durch eine Zertrümmerung durch Stosswellen von aussen oder einer operativen Entfernung erfolgen. Kleine Steine, die nicht zu spüren sind und nichts verletzen, sollten zwar beobachtet werden, sind aber häufig ungefährlich und können von selbst abgehen.

Weitere Informationen dazu: Steine Diagnostik & Therapien

Weitere Informationen finden Sie unter: www.uroviva.ch und auf dem Infoblatt Urologie für die Frau.

Erstellt: 18.03.2021 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. in Kooperation mit Uroviva Klinik erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.