KI und Banking KI zieht das Tempo an

Prozesse automatisieren und die Effizienz erhöhen: Branchenweit sind die Vorteile von KI für Schweizer Unternehmen glasklar. Erheblichen Nachholbedarf hat einer Studie zufolge jedoch der Bankensektor.

KI zieht das Tempo an

Ob im Einkauf, Marketing, Vertrieb oder Personalwesen: Die digitale Transformation schreitet in vielen Unternehmensabteilungen unaufhaltsam voran und bringt zahlreiche Veränderungen mit sich. Dass es diese Neuerungen in Form optimierter Prozesse braucht, ist unumstritten: Nur so können Unternehmen heute wettbewerbsfähig bleiben.


Unternehmen werden mutiger
Ist die Umstellung analoger Prozesse wie Schriftverkehr und Buchhaltung weitestgehend abgeschlossen, geht es heute in erster Linie darum, durch digitalisierte und automatisierte Prozesse, die Effizienz zu erhöhen. Insbesondere der Einsatz Künstlicher Intelligenz verspricht eine enorme Entlastung bei standardisierten Arbeitsprozessen.
Gemäss der jährlichen Arbeitsmarktstudie des Versicherers AXA, die im Herbst 2025 veröffentlicht wurde, stieg der Anteil der KMU, die KI integriert haben, von 22 auf nunmehr 34 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Unternehmen, die diese Technologie noch nie genutzt haben, von 45 auf 29 Prozent. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen setzen KI zur Automatisierung bestimmter Arbeitsschritte ein. 32 Prozent der befragten Unternehmen verwenden sie zur Datenanalyse – ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.


KI verbessert Geschäftstätigkeit
Knapp die Hälfte der Schweizer KMU betrachtet KI inzwischen als Vorteil für ihre Geschäftstätigkeit. Dagegen ist der Anteil der Unternehmen, die diese Technologie negativ bewerten, von 20 Prozent im Vorjahr auf 13 Prozent gesunken. 
Und: Laut der befragten Arbeitgeber scheinen die Auswirkungen auf die Beschäftigung eher positiv zu sein: Lediglich zwei Prozent der Unternehmen haben aufgrund von Produktivitätssteigerungen Personal abgebaut. Im Gegensatz dazu geben zehn Prozent an, dass KI neue Arbeitsplätze geschaffen habe. Die Autorinnen und Autoren der Studie schlussfolgern daraus, dass sich die technologische Transformation weniger auf die Anzahl der Arbeitsplätze auswirkt als vielmehr auf die von Arbeitgebern gesuchten Kompetenzen.


Banken mit Nachholbedarf
Wie der Bankensektor in puncto Digitalisierung aufgestellt ist, zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Deloitte aus dem vergangenen Jahr. Diese Untersuchung basiert auf einer umfassenden Analyse von über 1’000 digitalen Bankfunktionen bei 349 Banken in 44 Ländern. Was deutlich wird: Während die Schweizer Banken im Jahr 2018 noch in den Top 5 vertreten waren, fielen sie über die Jahre kontinuierlich zurück – bis auf Rang 27 im Jahr 2025. Gehören Funktionen wie Echtzeit-Benachrichtigungen, KI-gestützte Sparhilfen und digitale Versicherungen im Ausland längst zum Standard, sind diese Services bei vielen Schweizer Banken Mangelware.


Ungenutzte Umsatzpotenziale
Zwar sind digitale Kontoeröffnungen bei fast allen Schweizer Banken möglich, jedoch bleibt der Prozess im internationalen Vergleich deutlich langsamer. Setzen internationale Digitalbanken längst auf KI-basierte Echtzeitprüfungen, um Kontoeröffnungen sekundenschnell zu ermöglichen, sind hierzulande oft noch Videoanrufe oder sogar persönliche Besuche in einer Filiale notwendig.
Negative Auswirkungen hat der digitale Rückstand nicht nur auf die Kundenbindung. Auch Umsatzpotenziale bleiben ungenutzt. Insbesondere durch intelligentes Cross-Selling und eingebettete Finanzprodukte erhöhen digitale Vorreiter ihre Einnahmen pro Kundin oder Kunde. Weitere Erkenntnis: Da integrierte Versicherungen, Anlagelösungen oder Lifestyle-Dienste kaum vorhanden sind, hinken Schweizer Banken im Wettbewerb mit internationalen Digital-Champions hinterher und verpassen wichtige Wachstumschancen. 

Erstellt: 28.03.2026 07:00 Uhr

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