Zum Hauptinhalt springen

Kinderkrebs

Die Bedeutung der Kinderkrebsforschung in der Schweiz

Jedes Jahr gibt es in der Schweiz 200 bis 300 Fälle von Kinderkrebs. Ohne Behandlung würden diese Kinder ihre Krankheit nicht überleben. Die Anzahl von krebskranken Kindern, die geheilt sind, konnte seit 1988 von 50 % auf 87 %* gesteigert werden. Diese beeindruckende Entwicklung haben betroffene Familien der Forschung zu verdanken, die der Kinderonkologie grosse Fortschritte ermöglicht hat.

Die Anzahl von geheilten krebskranken Kindern steigt an

Kinderkrebs im Jahr 2020

Laut dem Jahresbericht des Kinderkrebsregisters (KiKR) konnte die Überlebensrate krebskranker Kinder, die zwischen 1976 und 1988 noch bei knapp über 50 % lag, auf derzeit 87 %* gesteigert werden. In der Schweiz forschen im Bereich Kinderkrebs vor allem Kinderonkologen, die in den neun Schweizer Zentren mit einer Abteilung für Kinderonkologie tätig sind. Diese Kliniken und Spitäler verteilen sich auf die gesamte Schweiz und sind allesamt Mitglied der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologie Gruppe SPOG mit Sitz in Bern, einem nationalen Zusammenschluss von Kinderonkologen und Forschern im Bereich der Kinderkrebsforschung.

Die häufigsten Krebsarten bei Kindern und Jugendlichen sind mit einem Drittel aller Fälle Leukämien, gefolgt von Tumoren des zentralen Nervensystems und Lymphomen (ein Viertel bzw. ein Sechstel aller Fälle). Eine im Kindesalter diagnostizierte Krebserkrankung stellt nicht nur für das Überleben des Kindes, sondern auch für seine Lebensqualität eine Bedrohung dar. So kann die Kindheit von Kindern, die eine Krebserkrankung überlebt haben, im Vergleich zur Kindheit gesunder Kinder beeinträchtigt sein. Krebskranke Kinder und Jugendliche befinden sich zum Zeitpunkt der Diagnose und während der Krebsbehandlung in der Wachstums- und Entwicklungsphase. Mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen von Kinderkrebs hängen von verschiedenen Faktoren wie der Lokalisation des Tumors, dem Alter zum Zeitpunkt der Diagnose und den durchgeführten Therapien ab. Therapeutische Entscheidungen können für betroffene Kinder mit schwerwiegenden Folgen wie Wachstumsstörungen, Unfruchtbarkeit, Lernschwierigkeiten oder einem erhöhten Risiko für eine zweite Krebserkrankung verbunden sein. Auch Eltern, deren Kinder Krebs haben, benötigen gezielt Unterstützung.

Eine individuell angepasste Behandlung ist bei Kinderkrebs langfristig entscheidend.

So kann Betroffenen mit Krebs geholfen werden

Um Nebenwirkungen und Spätfolgen von Kinderkrebs zu reduzieren, ist es von grundlegender Bedeutung, dass jedes Kind eine für die biologische Beschaffenheit seines Tumors geeignete Behandlung erhält. Für diese Hilfe spielt die Forschung aus den letzten Jahren eine zentrale Rolle, um krebskranke Kinder nach der Therapie wieder voll ins Leben integrieren und ihnen somit eine unbeschwerte Zukunft zu ermöglichen.

Die Kinderkrebsforschung hat in der Vergangenheit bereits grosse Fortschritte erzielt: Ein Beispiel ist der Einsatz der Protonentherapie, einer Form der Strahlentherapie, die eine gezieltere Bestrahlung des Tumors ermöglicht. Durch diese verbesserten Behandlungsmöglichkeiten wird den Tumor umgebendes gesundes Gewebe weniger beschädigt. Dies ist insbesondere bei Hirntumoren von grosser Bedeutung. So haben bereits mehrere Studien gezeigt, dass durch diese Therapieform Spätfolgen bei Kindern mit Hirntumoren verringert werden können, was durch gezielte Nachsorge unterstützt wird.

Nur durch klinische Forschung sind bei der Behandlung und Prognose krebskranker Kinder und Jugendlicher entscheidende Fortschritte möglich. Die Ergebnisse sind dabei umso vielversprechender, je grösser klinische Studien angelegt sind. Die Schweizer SPOG-Mitgliedskliniken nehmen daher ausschliesslich an internationalen klinischen Studien teil, die einen intensiven Informationsaustausch zwischen Medizinern und Forschern ermöglichen. Auf diese Weise können auch klinische Daten für sehr seltene Tumore gesammelt und ausgewertet werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen eine effizientere, gezieltere und individuellere Behandlung jedes einzelnen Kindes und die bestmögliche Reduktion von Langzeitrisiken.

Dr. med. Katrin Scheinemann, Präsidentin der SPOG

Unterstützung für betroffene Familien

Kinderkrebs ist eine seltene Krankheit und erfordert eine Vielzahl von Forschungsprojekten und Spenden, um jedem erkrankten Kind in der Schweiz die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Da die betroffene Patientengruppe sehr klein ist, unterstützen Pharmaindustrie Studien im Bereich der Kinderkrebsforschung nur teilweise durch die Bereitstellung von Medikamenten und beteiligt sich in der Regel nicht an darüber hinausgehenden Kosten. Da derartige Forschungsprojekte zu Kinderkrebs jedoch sehr teuer sind, ist die staatliche Forschungsförderung umso wichtiger. Die SPOG, die zahlreiche internationale Forschungsprojekte in der Schweiz leitet und koordiniert, wird unter anderem durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI sowie durch zahlreiche Stiftungen aus der gesamten Schweiz unterstützt. Aus der Sicht von Kinderonkologen wie Dr. med. Katrin Scheinemann, Abteilungsleiterin Kinderonkologie am Kantonsspital Aarau und Präsidentin der SPOG, ist es essenziell, in der Schweiz möglichst viele internationale Studien und Forschungsprojekte zu eröffnen bzw. daran teilzunehmen und Patienten damit die neuesten Behandlungen zugänglich zu machen, um die Entwicklung entscheidend voranzubringen und allen krebskranken Kindern eine Zukunft und ein normales Leben zu ermöglichen.

*10-Jahres-Überlebensrate nach der Diagnose

Erstellt: 25.09.2020 07:00 Uhr

Paid Post

Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. in Kooperation mit Schweizerische Pädiatrische Onkologie Gruppe SPOG erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.