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Krebskranke Kinder

Protonen Strahlentherapie für krebskranke Kinder

Die Protonen-Strahlentherapie ist eine moderne, schonende Art der Strahlentherapie. Durch diese Therapie können insbesondere bei krebskranken Kindern Tumoren geheilt und Nebenwirkungen reduziert werden.

Neuestes Behandlungsgerät (Gantry 3) für Krebserkrankungen am PSI. Der Protonenstrahl wird über die Gantry (oben im Bild) sehr präzise zum Patienten gelenkt.

Wenn Kinder an Krebs erkranken und eine Bestrahlung benötigen, ist die Wahl einer schonenden Strahlentherapie wichtig, da der kindliche Organismus noch wächst und ungefähr zehnmal empfindlicher auf Strahlung reagiert als Erwachsene. Kinder haben noch ein langes Leben vor sich, das sie möglichst ohne Nebenwirkungen unbeschwert verbringen möchten. Deswegen versuchen Ärzte die Therapien zu optimieren, damit Tumoren geheilt, aber Langzeit-Nebenwirkungen möglichst vermieden werden.

Präzisere Strahlentherapie

Das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen, Aargau ist das grösste Forschungsinstitut für Natur und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz. Am PSI wurde das Protonentherapiezentrum aufgebaut, um die Strahlentherapie weiter zu verbessern. Die Protonentherapie ist eine moderne Form der Strahlentherapie für Krebserkrankungen. Protonen sind positiv geladene Teilchen, welche in den Beschleuniger-Anlagen des PSI auf zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Zu einem Strahl gebündelt und mit Hilfe von Magneten gelenkt, kann der Protonenstrahl einen Tumor sehr präzise treffen. Auf diese Weise wird eine hohe therapeutische Dosis sehr präzise an der gewünschten Stelle appliziert. Gleichzeitig werden aufgrund der besonderen physikalischen Eigenschaften des Protonenstrahls umliegende Organe sehr gut geschont und damit das Risiko für strahlenbedingte Nebenwirkungen niedrig gehalten.

Mutperlen unterstützen den Therapieverlauf.

Einsatzmöglichkeiten und Kosten

Die Protonentherapie beabsichtigt den Tumor gezielt zu zerstören und Komplikationen durch die Bestrahlung auf ein Minimum zu reduzieren. Sie ist daher besonders geeignet für Tumoren am Kopf und an der Wirbelsäule, wo wichtige Strukturen liegen, die vor Strahlung möglichst geschont werden sollen. Bei Erwachsenen wird die Therapie bei bestimmten Hirntumoren (Meningeome und niedriggradige Gliome), bestimmten HNO-Tumoren, Tumoren der Schädelbasis, der Wirbelsäule sowie bei bestimmten Weichteiltumoren angewandt und von der Krankenkasse übernommen. Bei Kindern wird die Bestrahlung mit Protonen für alle Krebsarten von den Krankenkassen bezahlt.

Kleines Kind in Vorbereitung für die Protonentherapie.

Erfolgreich bei Kindern

Die enge Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich macht es möglich, dass auch sehr kleine Kinder behandelt werden können. Da sie nicht während der ganzen Bestrahlungszeit stillliegen können, werden sie schlafend unter Betreuung der Anästhesie behandelt. Am Zentrum für Protonentherapie am PSI wurden bereits über 600 Kinder aus der ganzen Welt mit Protonen bestrahlt. Dies macht das PSI zum zahlenmässig grössten und wichtigsten Zentrum für die strahlentherapeutische Behandlung von Kindern in der Schweiz. Systematisch erfasst das Protonenzentrum die Tumorkontrolle, die Nebenwirkungen wie auch die Lebensqualität seiner Patienten nach Protonentherapie. Es zeigen sich durchgehend in allen diesen Auswertungen sehr gute Erfolge.

Erstellt: 30.10.2020 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. in Kooperation mit Paul Scherrer Institut erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.