Zum Hauptinhalt springen

Allergien im Alltag

Unbeliebte Lebensbegleiter

Rund zwei Millionen Menschen leiden schweizweit unter Allergien. Davon besonders häufig betroffen sind Kinder. Doch was kann man tun, um die Begleiterscheinungen so gering wie möglich zu halten?

Unbeliebte Lebensbegleiter

Jedes Jahr aufs Neue, wenn die Erkältungswelle überstanden ist und wir uns endlich frisch und gesund fühlen möchten, beginnt für viele Menschen erst die schlimmste Zeit. Kaum erwacht die Natur aus dem Winterschlaf und fängt an zu blühen, brennen und jucken nicht nur die Augen, auch läuft häufig die Nase und Niesattacken machen sich breit. Heuschnupfenzeit. 

Pollenzeit in voller Blüte

In der Regel beginnen die Beschwerden ab dem Schulalter – jedes fünfte Kind reagiert dann bereits auf herumfliegende Pollen. Bleibt eine Pollenallergie über längere Zeit unbehandelt, kann sie sich zum allergischen Asthma entwickeln. Um einen sogenannten Etagenwechsel, von dem über zwölf Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen sind, zu verhindern, raten Allergologen zu einer Desensibilisierung oder zu einer spezifischen Immuntherapie. Wer Heuschnupfen hat, sollte in der Pollensaison nur kurz die Fenster aufreissen, vor dem Schlafengehen die Haare waschen sowie im Auto Pollenfilter montieren und diese regelmässig warten lassen. Und noch mehr: Damit die durch Blütenstaub hervorgerufenen Beschwerden so gering wie möglich bleiben, wird angeraten, in der Pollenflugsaison die Wäsche nicht im Freien zu trocknen.

Essen in der Schule

Vielen Erwachsenen, aber auch Kindern machen Allergien jedoch nicht nur zu bestimmten Jahreszeiten zu schaffen. Beispiel Nahrungsmittelallergie: Etwa eines von 15 Kindern in der Schweiz leidet darunter und muss auf bestimmte Lebensmittel, wie Kuhmilch, Hühnerei, Fisch oder Erdnüsse verzichten, was den Alltag gerade in der Schule besonders schwierig machen kann. Nicht selten sind durch Allergien Wohlbefinden und Leistungsvermögen in der Schule teils erheblich eingeschränkt.

Notfall anaphylaktischer Schock

Doch wie sollten sich Schulkinder verhalten, damit durch Nahrungsmittelallergene hervorgerufene Magen-Darm-Beschwerden, Hautreaktionen und Asthmaanfälle gar nicht erst entstehen? Gerade bei Nahrungsmittelallergien ist es besonders wichtig, die Lehrer schon bei Schulanmeldung zu informieren, welche Unverträglichkeiten vorhanden sind und mit welchen Reaktionen gegebenenfalls zu rechnen ist. 

Denn bereits der klassische Schulbrottausch unter Kindern oder das Verteilen von Geburtstagskuchen kann zu allergischen Reaktionen oder schlimmstenfalls sogar zu einem allergischen, sogenannten anaphylaktischen Schock führen. Besteht diese Gefahr, wie auch bei einer Insektengiftallergie, müssen unbedingt Medikamente und ein Notfallset zur Hand sein. Je nach Stadium, das in fünf verschiedene Schweregrade unterteilt werden kann, wird die jeweilige Therapie angepasst.

Allergene und Reizstoffe in Räumen

Weitaus weniger gefährlich, jedoch ebenso mit zahlreichen allergieauslösenden Stoffen behaftet, sind Schimmelpilze, Reinigungsmittel oder Baustoffe. Auch wenn zuletzt bereits viele Farben, Lacke und Versiegelungen mit Giftstoffen aus dem Verkehr gezogen wurden, kommt beispielsweise das gesundheitsschädliche Formaldehyd nach wie vor gehäuft vor. Es reizt nicht nur Atemwege, Haut und Schleimhäute, sondern kann auch Allergien auslösen. Ähnliches gilt für Flammschutzmittel, die in Innenräumen akute Reizerscheinungen von Haut und Schleimhäuten hervorrufen können. Gerade deshalb ist es immens wichtig, Schulgebäude, aber auch Kindertagesstätten auf diese Stoffe hin zu prüfen, um unsere Kleinsten und Schüler zu schützen – herumfliegende Allergieauslöser gibt es schliesslich bereits überall zuhauf. 

Erstellt: 25.02.2020 07:00 Uhr