Interview Restaurieren statt Neukaufen

Seit 1984 werden in der Perler Ofen GmbH mit Herzblut antike Öfen und Kochherde restauriert und erhalten. Es werden einmalige Schmuckstücke geschaffen, die an individuelle Wünsche und Bedürfnisse angepasst sind. Im Interview erzählt Geschäftsführer Marc Huber, was diese Arbeit mit Unikaten so einzigartig macht und wie nachhaltig das Handwerk ist.

Herr Huber, Ihre Leidenschaft ist das Restaurieren und der Erhalt antiker Öfen und Kochherde. Wie sind Sie dazu gekommen?

Ich habe schon seit Jahrzehnten mit antiken Öfen und Kochherden gearbeitet und viel Erfahrungen sammeln können. Es hat sich dann die Möglichkeit ergeben, die Geschäftsleitung der Perler Ofen zu übernehmen und da habe ich die Chance ergriffen.

Mit Ihren Restaurierungen wollen Sie Originale erhalten, welche Kundschaft sprechen Sie damit besonders an?

In erster Linie Menschen, die ein Auge für Ästhetik haben. Das ist einerseits ein grosser Teil unserer Kundschaft, die Ästhetik quasi leben. Auf der anderen Seite sind es auch Leute, die weg von Massenware wollen, die Nachhaltigkeit möchten und Unikate schätze.

Was zeichnet Ihre Arbeit aus, was macht sie einzigartig?

Wir zeichnen uns durch die hohe Qualität unserer Restauration aus. Wir sind damit europaweit einzigartig, denn es gibt keinen zweiten Betrieb, der das auf dem Niveau macht, wie wir das betreiben. Es gibt auch keinen Betrieb, der über 600 original Antiköfen und Herde auf Lager hat. Wir können ausserdem alles aus einer Hand bieten. Wir sind eine Manufaktur, wir haben verschiedene Kunsthandwerker angestellt und können somit im Bereich Antikofen, Schlosserei bis hin zum Kunstmaler alles abdecken.

Geschäftsführer Marc Huber ist auf alle Unikate stolz.

Restaurierung ist nachhaltig, denken Sie, dass der Trend in der nächsten Zeit steigen wird?

Das hoffe ich sehr. Das Bewusstsein, dass wir nur einen Planeten haben und ihn erhalten müssen, ist auf jeden Fall bei der Jugend angekommen. Und was wir machen, spielt da natürlich direkt rein. Wir nutzen gutes altes Handwerk, die meisten Öfen sind über 100 Jahre, das hat einen Grund. Die wurden sehr hochwertig hergestellt und darum gibt es die überhaupt noch. Wenn man diese dann zum Beispiel neu ausbaut und LRV18 (aktuelle Luftreinigungsverordnung ) zertifiziert, heisst das, nachhaltig mit Ressourcen umzugehen. Und der Brennstoff Holz, welcher immer wichtiger wird, ist CO2 neutral und regional. Mit unseren Öfen schaffen wir Kleinspeicheröfen, mit denen wir optimal Instrumente wie zum Beispiel Wärmepumpen ergänzen. Ganz anders als moderne Öfen, bei denen schnelle Wärme entsteht und dadurch nicht nachhaltig sind. Da sind wir schon mit unseren kleinen Speicheröfen für die Zukunft gut aufgestellt. Ausserdem wollen Menschen eigenständig sein, ein Unikat sein und diese Öfen sind das.

Wer arbeitet in Ihrem Team, was muss jemand mitbringen, um Unikate zu erhalten?

Aktuell haben wir sehr langjährige Mitarbeiter. Also ich habe zwei Mitarbeiter als Kunstschlosser angestellt, zwei Ofenbauer und zwei Kunstmaler*innen. Das sind alles Menschen, die mit Herzblut das Handwerk pflegen und das auch leben. Da muss man eine Begeisterung mitbringen, auch für Geschichte. Man sollte ein Feingefühl in den Händen und im Kopf haben und diese Unikate zu erhalten. Solche Mitarbeiter findet man nicht einfach so am Strassenrand.

Auf welche Schmuckstücke sind Sie besonders stolz?

Also ich bin auf alle Stücke stolz. Jeder Ofen und Herd aus unserer Manufaktur hat einen Reiz und so kaufen wir auch ein. Wir sehen in jedem Objekt das Schöne und erkennen die Details und wenn man diese Details erkannt hat, verliebt man sich in sie. Das ist ja auch gerade das schöne daran. Daher ist es aber schwierig zu sagen, dass es ein Lieblingsstück gibt.

Erstellt: 08.12.2020 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. in Kooperation mit Perler Ofen GmbH erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.