Krisenzeiten Zuversicht trotz unsicherer Märkte

Auf den Finanzmärkten weht derzeit ein starker Gegenwind. Dennoch sind die Schweizer Anlegenden positiv gestimmt und verfolgen laut einer Umfrage eine bestimmte erfolgversprechende Strategie.

Zuversicht trotz unsicherer Märkte

Dass eine starke Weltwirtschaft und steigende Geldanlagen eng miteinander verknüpft sind, ist selbst für Laien in der Branche nichts Neues. Denn wächst die Wirtschaft, erhöht sich auch das Vertrauen der Anlegenden, was wiederum die Investitionen puscht und den Geldanlagen Schwung verleiht. Umgekehrt befeuern steigende Geldanlagen die Wirtschaft zusätzlich, da mehr Kapital für Investitionen vorhanden ist.


Unsichere Marktlage
Weitaus schwieriger ist die Situation in Krisenzeiten. Ob der Angriffskrieg auf die Ukraine seit 2022, der derzeitige Konflikt zwischen Israel und dem Iran sowie der Kampf um Strafzölle, mit denen US-Präsident Donald Trump einen Handelskonflikt entfacht hat: Die Folge sind global stark belastete Lieferketten sowie Aktienmärkte, die grossem Druck ausgesetzt sind. Die Europäische Zentralbank reagierte bereits mit einer Zinssenkung, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern – schlechte Nachrichten für Kleinsparende, deren Ersparnisse sich so kaum weiter vermehren können. Aber auch Aktienbesitzerinnen und -besitzer mussten zuletzt immer wieder Rücksetzer des Swiss Market Index hinnehmen. Rund 2’000 Punkte büsste der Leitindex des Schweizer Aktienmarktes Anfang April innert zwei Wochen ein. Zwar hat der Index etwa die Hälfte der Verluste bis heute wieder wettgemacht, dennoch ist der Markt angesichts geld- und geopolitischer Ereignisse und Marktverwerfungen äusserst unsicher. Institutionelle Anleger in der Schweiz reagieren deshalb mit höherer Aktivität und strukturierter Risikobereitschaft, wie der jüngste Schroders Global Investor Insights Survey verdeutlicht.


Umfrage: Positiver Blick in die Zukunft
Um diese Erkenntnisse gewinnen zu können, wurden weltweit fast 1’000 Investoren mit einem verwalteten Gesamtvermögen von rund 67 Billionen US-Dollar befragt. 37 davon kamen aus der Schweiz. Wie es heisst, tendieren besonders Anlegende, die den Aufbau widerstandsfähiger Portfolios priorisierten, zu aktivem Management, um Risiken effektiver zu steuern und Chancen gezielt zu nutzen.
Trotz der als «grösste Bedrohung» wahrgenommenen US-Handelspolitik zeigen Schweizer Anleger laut Umfrage ein hohes Mass an Zuversicht. Insgesamt planen 73 Prozent der Befragten, ihre Risikostrategie entweder beizubehalten oder auszuweiten. «Diese Haltung zeugt von einem strukturierten, strategisch fundierten Umgang mit Risiko», resümieren die Macher der Umfrage.
Was die Studie darüber hinaus offenbart, ist das überdurchschnittliche Interesse Schweizer Anleger an alternativen Anlagen und privaten Märkten. Demnach sehen 57 Prozent der Schweizer Befragten bei Private Equity – das sind Kapitalbeteiligungen, die nicht an der Börse gehandelt werden – das grösste Renditepotenzial. Zwei Drittel der Schweizer Anleger bevorzugen alternative Einkommensquellen wie Infrastruktur- oder Unternehmenskredite – rund zehn Prozentpunkte mehr als im europäischen Durchschnitt.


Schweizer Fondsmarkt brilliert
Und wie siehts beim Überflieger der vergangenen Jahre, dem Schweizer Fondsmarkt aus? Hier ist das Gesamtvolumen trotz der geopolitischen Unsicherheiten im ersten Quartal 2025 auf 1’628,6 Milliarden Schweizer Franken angestiegen und übertraf damit sogar den bisherigen Höchststand von Ende 2024 um rund 24,9 Milliarden Franken. Massgeblich getragen wurde der Anstieg durch Nettoneugeldzuflüsse in Höhe von 17,5 Milliarden Schweizer Franken, was einem Zuwachs von 1,1 Pro­zent entspricht. Angesagt waren vor allem Anlagen in Obligationen, ein Plus von 7,8 Milliarden CHF, Aktien (+6,1 Milliarden CHF), Geldmarktinstrumente (+4,3 Milliarden CHF) sowie Rohstoffe (+666 Millionen CHF). 
Deutlich wurde jedoch auch, dass sich das Bild gegen Ende des Quartals angesichts des eskalierendes Handelskonflikts der USA spürbar eintrübte. Und ist die Lage am Aktienmarkt unsicher, bleibt noch immer mindestens eine Alternative: der Blick auf den Goldmarkt. Denn als physischer Sachwert ist Gold unabhängig von Banken, Währungen und Zinspolitik und deshalb eine verlässliche Absicherung in unsicheren Zeiten. Allein in diesem Jahr hat das Edelmetall bereits mehrere neue Rekordstände erreicht.

Erstellt: 08.08.2025 07:00 Uhr

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