Nachhaltige Geldanlagen Jetzt kommt es auf den Impact an

Im Schweizer Markt wächst das Bedürfnis nach nachhaltigen Anlagen. Während die Rendite kein K.-o.-Kriterium mehr ist, ist potentielles Greenwashing aktuell ein möglicher Hindernisgrund für deren Erwerb.

Jetzt kommt es auf  den Impact an

Wie kann Vermögen nachhaltig, sozial und gleichzeitig gewinnbringend angelegt werden? Diese Frage beschäftigt immer mehr Anlegerinnen und Anleger – weltweit, aber auch in der Schweiz. Kein Wunder, denn Banken finanzieren mit Krediten auch klimaschädliche Projekte, wie Ölbohrungen oder die Abholzung von Regenwald für die Fleischproduktion, und Investitionen in Anlagefonds stellen Kapital für Unternehmen bereit, deren Dienstleistungen, Produkte und Produktionsprozesse das Klima und die Artenvielfalt schädigen, kritisiert Greenpeace Schweiz. Angesichts der globalen Herausforderungen müsse die Schweizer Finanzbranche im Sinne einer nachhaltigen und sozialen Wirtschaft umdenken.

Weiter auf Erfolgskurs

Die gute Nachricht: Gemäss dem aktuellsten «FNG-Markbericht 2021» von Swiss Sustainable Finance (SSF) verzeichnet das Volumen der nachhaltigen Anlagen im Jahr 2020 ein Zuwachs um 31 Prozent auf 1.520,2 Milliarden CHF. Nachhaltige Anlagefonds wiesen mit 48 Prozent die höchste Wachstumsrate auf, während nachhaltige Mandate um 29 Prozent und nachhaltige Vermögenswerte von Asset Ownern um 15 Prozent zulegten. Nachhaltige Anlagen machten mit 52 Prozent (2019: 38 %) erstmals mehr als die Hälfte des gesamten Schweizer Fondsmarktes aus.

Wie «grün» sind nachhaltige Anlagen?

Zwar sind grüne Anlagen derzeit sehr gefragt, wie genau sie definiert werden und welche Standards ihnen zugrunde liegen, ist jedoch weniger klar. Und so stösst man auch in der Finanzbranche früher oder später unweigerlich auf die Begriffe Greenwashing und Etikettenschwindel. Gemäss der «Schroders Institutional Investor Study 2020» stellt «Greenwashing», sprich das Fehlen einer klaren, verbindlichen Definition für nachhaltige Anlagen, eine neue Herausforderung dar. Rund sechs von zehn Anlegerinnen und Anlegern gaben «Greenwashing» als grössten Hemmschuh zum Erwerb nachhaltiger Anlagen an. Auch mangelnde Transparenz und nicht ausreichend zur Verfügung stehende Daten wurde von beinahe der Hälfte der Investoren als Grund genannt, um von nachhaltigen Anlagen abzusehen. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent Jahr für Jahr.

Bedeutung und Vertrauen wachsen

Auf der anderen Seite wächst das Vertrauen in nachhaltige Anlagen: So gab lediglich einer von acht Befragten an, nicht in nachhaltige Anlagen zu investieren. Im Jahr zuvor war es noch knapp jeder zweite von zehn. Dass nachhaltiges Investieren in den nächsten fünf Jahren an Bedeutung zunehmen wird, davon sie die meisten überzeugt. Grund seien Institutionen, die ihre Anlagen mit ihren Unternehmenswerten in Einklang bringen, auf Druck von Aufsichtsbehörden und der Industrie reagieren und überzeugt sind, dass nachhaltige Investitionen zu höheren Renditen und geringeren Risiken führen können. «Dadurch steigen auch die Anforderungen an die Vermögensverwalter, entsprechende Produkte anzubieten und den Kunden zu helfen, sich in der ESG-Anlagelandschaft zurecht zu finden« gibt Andreas Markwalder, CEO Schroder Investment Management (Switzerland), zu Bedenken. «Insbesondere gilt es, Greenwashing zu vermeiden und mehr Transparenz zu verschaffen. Positiv ist, dass immer weniger Anlegerinnen und Anleger glauben, dass sich Rendite und Nachhaltigkeit ausschliessen.»

Impact Investing im Kommen

Der «FNG-Marktbericht 2021» brachte auch zutage, dass sich die Anlegerinnen und Anleger zunehmend auf Wirkung ausrichten: Das ESG-Engagement rangiert nun auf Platz zwei – eine Verbesserung gegenüber dem dritten Platz im Vorjahr, heisst es im Bericht. Und: Die Kategorie Impact Investing weist mit 70 Prozent immer noch die höchste Wachstumsrate aller nachhaltigen Anlageansätze auf.
Auch bei den ergriffenen Massnahmen bei Verstoss der Beteiligungsfirmen gegen Normen gab es einen Wandel: Im Jahr 2020 bestand die häufigste Massnahme sowohl von Vermögensverwaltern als auch von Asset Ownern darin, mit der betreffenden Firma einen Dialog zu führen. Dies sei, so die SSF-Experten, eine gute Nachricht, «da ein derartiger aktiver Ansatz zu einer Veränderung des Verhaltens beitragen kann, wohingegen eine reine Verkaufsstrategie oftmals als wenig wirksam kritisiert wird».

Schon gewusst?

ESG-Anlagen beruhen auf einem regelbasierten Ansatz, der Unternehmen nach ihrem Engagement für ökologische, soziale und die Unternehmensführung (ESG) betreffende Geschäftspraktiken beurteilt.

Erstellt: 22.03.2022 07:00 Uhr

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