Blockchain Technologie mit grosser Zukunft

Sicher, dezentral, transparent und unmittelbar: Die Blockchain hat viele Vorteile. Doch wie ist die Schweiz diesbezüglich aufgestellt und was denken Führungskräfte über die Bedeutung dieser Technologie?

Technologie mit grosser Zukunft
Die Anfänge der Blockchain liegen bereits im Jahr 1991

Für viele Fachleute ist es eine der spannendsten technologischen Entwicklungen und gleicher­­mas­sen der Megatrend schlechthin in der Finanzwelt: die Blockchain-Technologie. Vor allem im Zusammenhang mit der Kryptowährung Bitcoin, dem Finanzstar der vergangenen Jahre, hat Blockchain in jüngster Vergangenheit ihren Bekanntheitsgrad gesteigert.

Definition und Anfang

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dieser Technologie und wie ist sie entstanden? Grundsätzlich handelt es sich bei einer Blockchain um ein Register, in dem digitale Transaktionen in chronologischer Reihenfolge für sämtliche Teilnehmende nachvollziehbar in Datenblöcken gespeichert und unveränderbar miteinander verkettet werden. Mit einer Blockchain ist es möglich, Informationen mithilfe einer dezentralen, von vielen Teilnehmenden gemeinsam genutzten Datenbank zu übermitteln –
und zwar fälschungssicher, sodass es ausgeschlossen ist, Kopien zu erstellen. Stichwort Sicherheit: Um beispielsweise die Blockchain zu hacken und Daten zu verändern, müsste man jeden Rechner innerhalb des Systems identifizieren, gleichzeitig infiltrieren und dann manipulieren – was jedoch nicht möglich ist.

Wer nun denkt, die Blockchain-Technologie ist im vergangenen Jahrzehnt im Zuge des Bitcoin-Aufstiegs entstanden, der irrt. Bereits viel früher, im Jahr 1991 wurde sie von den Forschern Stuart Haber und W. Scott Stornetta erfunden, als sie die erste Software programmierten, die digitale Dokumente mit Zeitstempeln versah. Erst mit Beginn von Bitcoin im Jahr 2009 gelang Blockchain der grosse Durchbruch in der Öffentlichkeit. Bis heute ist die Bitcoin-Blockchain die grösste weltweit.

Ungebremstes Wachstum im Crypto Valley

Was nicht jeder weiss: In der Blockchain-Entwicklung übernimmt die Schweiz eine Vorreiterrolle. Nach Angaben des CV VC Top 50 Report 2021 ist die Anzahl der Krypto-Firmen im Jahr 2021 weiter gestiegen. Waren es Ende 2020 noch 960 Unternehmen, ist die Anzahl bis Ende 2021 auf 1’128 angestiegen – ein Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was auch Auswirkungen auf die Anzahl an Beschäftigten im Kryptosektor hat. In der Schweiz und Liechtenstein sind derzeit mehr als 6’000 Mitarbeitende beschäftigt; im Jahr zuvor waren es 5’184.

Gerade in der Gegend um Zug siedelten sich Schritt für Schritt immer mehr innovative Start-up-Unternehmen an und formierten sich zum sogenannten Crypto Valley. Beinahe die Hälfte aller Krypto-Firmen ist hier zu Hause, gefolgt vom Kanton Zürich, in dem sich 204 Unternehmen niedergelassen haben. Zu den weiteren Hotspots zählen Liechtenstein, Genf sowie die Kantone Tessin, Waadt und Neuenburg.

Rechtlicher Rahmen als Grundlage

Was auffällt: Nicht nur in immer mehr Unternehmen gewinnt der Bereich Blockchain an Bedeutung, auch im universitären Umfeld wird in die Blockchain-Bildung investiert – was auch mit den politischen Rahmenbedingungen zusammenhängt. Denn der Gesetzgeber sorgte frühzeitig für klare Verhältnisse – sowohl auf rechtlicher als auch auf regulatorischer Ebene – und gewährleistete eine Gleichbehandlung unter den Akteuren. Beispielsweise führte er im August vergangenen Jahres das Bundesgesetz zur Anpassung des Bundesrechts an Entwicklungen der Technik verteilter elektronischer Register ein. Das Ziel dahinter: Innovationen zu fördern, weitere Firmengründungen voranzutreiben und nicht zuletzt Akteuren aus anderen Ländern mit unklarem Rechtsrahmen anzulocken, um sich in der Schweiz niederzulassen.

Deloitte-Studie bestätigt Relevanz

Welche Dringlichkeit Blockchain in Unternehmen hat, dieser Frage ging der Wirtschaftsdienstleister Deloitte in seinem Blockchain Survey 2021 nach. Gefragt wurden weltweit knapp 1’300 Führungskräfte für die Studie, die sich in erster Linie mit der Financial Services Industry beschäftigen. Ergebnis: In der Finanzdienstleistungsbranche sehen Fachleute eine besondere Relevanz der Blockchain für die digitale Transformation. Ebenso zeigt die Studie die strategische Relevanz von Blockchain-Technologien für digitale Vermögenswerte. Vier Fünftel der Befragten schätzen diese für die Entwicklung ihrer Branche als sehr wichtig bis wichtig ein. Ausserdem bemerkenswert: Mehr als drei Viertel sehen ihre bestehenden Geschäftsmodelle in Gefahr – nämlich dann, wenn sich diese nicht rechtzeitig mit der Nutzung von Blockchain in Bezug auf digitale Vermögenswerte auseinandersetzen und die damit einhergehenden Wettbewerbsvorteile verpassen.

 

Erstellt: 11.05.2022 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.