Vermögensverwaltung Wachstum trotz weltweiter Krise

Der Schweizer Bankensektor ist einer der stärksten weltweit – Grund, weshalb immer mehr ausländische Kunden ihr Vermögen hier anlegen. Eine aktuelle Studie bringt jedoch noch weitere Erkenntnisse.

Wachstum trotz weltweiter Krise
«Zürich und Genf zählen zur Top 5 im weltweiten Standort­- qualitäts- Ranking»

Befragt man Menschen auf der ganzen Welt, wofür die Schweiz steht, lässt die Nennung des hiesigen Bankwesens nicht lange auf sich warten. Zu Recht. Denn auf internationaler Ebene zählt das Alpenland zu den global führenden und wettbewerbsfähigsten Finanzzentren überhaupt. Rund ein Viertel des weltweit grenzüberschreitenden Vermögens wird gemäss Aussendepartement hierzulande verwaltet. Einer der wichtigsten Gründe liegt vor allem in der äusserst stabilen wirtschaftlichen Lage. Für viele Vermögende aus dem In- und Ausland sind die Schweizer Banken eine sichere Möglichkeit, ihr Kapital anzulegen und sich gleichzeitig umfangreich beraten zu lassen.

Finanzsektor zeigt seine Stärke

Wie nur wenige Länder verfügt die Schweiz über eine hohe Dichte an internationalen und lokalen Finanzdienstleistern – ein entscheidender Grund, weshalb Firmen aus allen Branchen Zugang zu einem hoch entwickelten und liquiden Kapitalmarkt und nicht zuletzt einer modernen Finanzinfrastruktur haben. Mit einem Anteil von rund zehn Prozent am Schweizer Bruttoinlandprodukt zählt der Finanzsektor zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen des Landes – rund 10’000 Mitarbeitende sind in der Finanzbranche angestellt.
Laut des im August veröffentlichten Bankenbarometers, das die konjunkturelle Entwicklung der Banken in der Schweiz abbildet, waren Ende vergangenen Jahres in der Schweiz 243 Banken tätig. Diese unterteilen sich unter anderem in vier Grossbanken, 59 Regionalbanken und Sparkassen sowie in 94 Auslands- und 24 Kantonalbanken, welche sich besonders für KMU zuständig fühlen. Ungeachtet dessen haben sich die Kantonalbanken zudem mit Investmentbanking einen Namen gemacht –
auch weil sie in der Lage sind, von den Kunden anvertraute Vermögen zuverlässig zu verwalten.

Verwaltetes Vermögen erreicht Rekordhöhe

Überhaupt sehen die Zahlen bezüglich des verwalteten Vermögens positiv aus und dies trotz Erschütterungen durch die COVID-19-Pandemie. Wie die jährliche Swiss-Asset-Management-Studie aufzeigt, ist das hierzulande verwaltete Vermögen um 10,6 Prozent gestiegen. In der von der Hochschule Luzern mit Asset Management Association Switzerland verfassten Untersuchung lag dieses Ende 2020 in der Schweiz bei knapp 2,78 Billionen Schweizer Franken – ein Höchststand. Dies entspricht fast 400 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf organisches Wachstum in Form von hohen Nettozuflüssen und auf die Anlageperformance.

Attraktiv für ausländische Kunden

Positiv bewerten die Experten zudem die Zuflüsse an neuen Geldern, die netto rund 100 Milliarden Schweizer Franken betrugen, was mehrheitlich an den ausländischen Kunden liegt. Deren Anteil an den verwalteten Geldern ist in den vergangenen Jahren zunehmend gestiegen. Lag der Anteil der für ausländische institutionelle Kunden verwalteten Vermögen im Jahr 2017 noch bei rund 25 Prozent, stieg dieser im Jahr 2020 sogar auf gut 35 Prozent.
Positiv überrascht darüber hinaus die gute Position von Zürich und Genf auf dem Standortqualitäts-Ranking, das die relative Wettbewerbsfähigkeit der wichtigsten internationalen Asset-Management-Zentren misst. Zürich verbesserte sich um zwei Plätze auf Rang zwei hinter dem Spitzenreiter Singapur, Genf hat dagegen sogar vier Plätze gutgemacht – hinter New York City, dem Drittplatzierten, Rang vier im weltweiten Ranking.

Nachhaltigkeit im Bankwesen

Ein Trend, den die Autoren der Studie ausmachen konnten, liegt vor allem in nachhaltige Anlagen. Diese beziehen sich ganz generell auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren. Die befragten Asset Manager sehen in ihnen sogar die grösste Chance für die Schweiz, was durch eine anhaltend starke Kundennachfrage, Risikoerwägungen und regulatorische Anforderungen untermauert wird.
Trotz vieler positiver Aspekte sehen die Experten jedoch auch Kritisches. Eine der Herausforderungen wird künftig darin liegen, genügend spezialisierte Fachkräfte anzuziehen. Gerade im wachsenden Segment der alternativen Anlagen werde sich dieser Umstand in Zukunft bemerkbar machen.

Erstellt: 01.12.2021 07:00 Uhr

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