Klare Nummer eins Auf dem langen Weg zur Klimaneutralität

Ob im Gebäudebau, bei der Energiegewinnung oder in der Mobilität: Es gibt viele Möglichkeiten, nachhaltig zu handeln und so den Klimawandel zu verlangsamen. Einige Beispiele, die Mut machen.

Auf dem langen Weg zur Klimaneutralität

Dass die Schweiz bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein möchte, ist inzwischen weit bekannt – ein ehrgeiziges Ziel, wofür es ein Maximum an engagierten Playern braucht. So vor allem auch den Verkehrssektor. Denn mit 30,6 Prozent der CO₂-Emissionen ist dieser der grösste Verursacher in der Schweiz. Ohne nachhaltige Mobilitätswende sind die Ziele der Energiestrategie 2050 nicht zu erreichen. Einer der wichtigsten Faktoren in diesem Zusammenhang ist die monatliche Zahl der neu zugelassenen Autos in der Schweiz. Während die Neuanmeldungen in jedem Monat des laufenden Jahres gesunken sind, stieg die Zahl der verkauften Elektroautos im Mai um 17 Prozent auf knapp 4’200, wie der Importeurverband Auto Schweiz Im Juni mitteilte. E-Fahrzeuge kamen von Januar bis Mai 2025 auf einen Marktanteil von 19,9 Prozent –  ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.


Erste Schnellladesäule an der A1
Interessant auf dem Weg zur Mobilitätswende ist ebenso der Blick auf die LKW-Sparte: Auch hier ist ein positiver Trend erkennbar: Gab es vor fünf Jahren schweizweit lediglich 50 batteriebetriebene Lastwagen, sind heute rund 1’000 solcher E-Lastwagen unterwegs. Klar, dass dann auch das Netz mit den entsprechenden Ladestationen kontinuierlich anwachsen muss – auch an den Autobahnen, wo es vor allem Schnellladestation für E-Lastwagen braucht. Doch hier wurde kürzlich ein Anfang gemacht. An der Raststätte Kölliken Nord im Kanton Aargau an der A1 hat der Energiekonzern Socar eine solche Station installiert – die erste in dieser Form entlang einer Schweizer Autobahn. Rund eine Stunde braucht es, bis die LKW-Batterie in Gänze aufgeladen ist und damit bis zu 500 Kilometer zurückgelegt werden können.


Höhere finanzielle Belastungen geplant
Fest steht jedoch: Die Ladeinfrastruktur hinkt der steigenden Zahl an E-Lastwagen stark hinterher, was auch das Bundesamt für Strassen Astra so sieht und den Ausbau fördern will. Nur wenn diese Entwicklung rasant vorangeht, werden Unternehmen ihre Flotte mit E-Lastwagen weiter ausbauen, was auch aus finanzieller Sicht interessant ist. Müssen doch E-Lastwagen derzeit keine Schwerverkehrsabgabe (LSVA) zahlen – bis jetzt ist diese Befreiung bis 2030 vorgesehen. Dass sich das jedoch ändern könnte, zeigt ein Plan des Schweizer Bundesrats zur Reform des Maut-Tarifsystems. Demnach will dieser die Schwerverkehrsabgabe anpassen. Laut der von der obersten Exekutivbehörde beschlossenen Gesetzesvorlage sollen batterieelektrische und Brennstoffzellenfahrzeuge bereits ab 2029 die LSVA zahlen. 


Wasserkraft klare Nummer eins
Emissionsfreiheit ist ebenso bei der Energiegewinnung oberstes Ziel. Damit trotz der schrittweisen Stilllegung der Kernkraftwerke die Energiebereitstellung langfristig sichergestellt ist, sieht die Energiestrategie 2050 zur Kompensation nicht nur eine Steigerung der Energieeffizienz, sondern auch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien vor. Ihr Anteil am Endenergieverbrauch lag im Jahr 2023 bei knapp 28 Prozent. Den grössten Anteil der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energiequellen macht die Wasserkraft aus. Die weiteren Quellen haben entsprechend nur einen geringen Anteil an der Energieerzeugung. Jedoch wachsen sie teils stark. So stieg etwa der Energieertrag der Schweizer Photovoltaikanlagen in den letzten Jahren stetig und lag zuletzt bei rund 4’600 Gigawattstunden – Energie, die in Industrie, aber auch im privaten Bereich benötigt wird. Schliesslich machen die rund 2,3 Millionen Gebäude in der Schweiz rund 45 Prozent des Energieverbrauchs aus. 
Umso wichtiger ist es, Häuser mit hohen Verbräuchen zu sanieren, respektive nur neue Häuser zu bauen, die möglichst wenig Energie verbrauchen. Stichwort Wärmedämmung und energieeffiziente Heizsysteme. Klimafreundlich sind Gebäude zudem, wenn die Baustoffe kaum Ressourcen bei der Fabrikation benötigen. Als Negativbeispiel gelten Backsteine, für deren Herstellung – genauso wie für Beton – viel graue Energie in Form fossiler Brennstoffe benötigt wird. Nachhaltig ist ebenso, wenn die Gebäude lange genutzt und am Ende wieder rückgebaut, die Baustoffe recycelt und letztlich wieder in den Rohstoffkreislauf aufgenommen werden können.

Erstellt: 03.12.2025 07:00 Uhr

Paid Post

Dieser Beitrag wurde von Xmediasolutions erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.