Apps Apps – ein Auslaufmodell?

Ob für die Kommunikation unter Freund*innen, Onlinebanking oder das Sportprogramm: Klassische Smartphone Apps, auch Native Apps genannt, sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Für viele Unternehmen ist denn auch klar: Ihre Zielgruppe erreichen sie am besten über eine eigene App. Nur: Das App Business ist umkämpft. Hinzu kommt eine grosse Auswahl möglicher Technologien. Zu den klassischen Native Apps haben sich seit einiger Zeit Progressive Web Apps (PWA) und Instant Apps gesellt. Unternehmen haben somit die Qual der Wahl: Weiterhin auf den Klassiker setzen oder mit einer der Alternativen experimentieren, um vor den Nutzer*innen herauszustechen?

Vor der Entwicklung steht die Konzeption der App.

App ist doch gleich App, oder?

Seien wir ehrlich: Für die meisten Nutzer*innen ist App gleich App. Komplizierter gestaltet es sich für Unternehmen, die über eine App ihre Zielgruppe erreichen wollen. Wer soll die App entwickeln? Auf welcher Technologie basiert sie? «Jede Art von App hat ihre Daseinsberechtigung», sagt Philipp Läubli, Mitgründer und Partner von dreipol. Er und sein Kollege Samuel Bichsel, Teamleitung Mobile, setzen sich jeden Tag damit auseinander, welche Bedürfnisse Apps erfüllen müssen. Sie wissen, dass eine einzelne Technologie niemals allen Ansprüchen gerecht werden kann. Doch was für App-Möglichkeiten gibt es überhaupt und welche Vorteile haben sie?

Die Klassischen: Native Apps

Klassische Native Apps, wie beispielsweise Messenger- oder Wetter-Apps, werden speziell für ein Betriebssystem wie iOS oder Android programmiert. Sie laufen ausschliesslich auf den jeweiligen Apple- und Android-Geräten. Dadurch wird ermöglicht, dass alle Schnittstellen zur Hardware einheitlich funktionieren und die Ressourcen des Geräts optimal ausgeschöpft werden. Läubli sieht den Vorteil von Native Apps denn auch klar darin, dass sämtliche Funktionen, die ein iPhone oder Android-Gerät anbietet, tatsächlich genutzt werden können. Weiter ist die Kommunikation zu anderen Geräten, wie etwa zur Apple Watch oder zu Smart Home Geräten, möglich. Und da wäre noch die Sache mit der Qualität: «Weil Native Apps im jeweiligen Store heruntergeladen werden müssen, werden sie einer Qualitätskontrolle durch Apple oder Google unterzogen», so Bichsel. Allerdings stellt gerade diese Installation via App Store oder Play Store für viele Nutzer*innen eine Hürde dar – und verleiht einer Alternative namens PWA Aufschwung. 

Die Nutzer*innen stehen im Zentrum. Was wollen sie? Wie kann ihnen die App dabei helfen? Nur wenn Technologie und Design in Einklang stehen, resultieren beste Erlebnisse während der App-Nutzung.

Die Populären: PWA

Eine Progressive Web App (PWA) ist eine Web-Applikation respektive speziell programmierte HTML5-Webseite. Sie erkennt das jeweilige Endgerät und stellt den Inhalt dafür optimiert dar. Jedes Endgerät, das über einen Browser verfügt, kann die PWA nutzen – losgelöst vom jeweiligen Betriebssystem.

Eine PWA bietet gegenüber Native Apps zudem den Vorteil, dass Nutzer*innen sie nicht zuerst aus dem App oder Play Store herunterladen und installieren müssen. Anwendungsfälle für PWA sind beispielsweise die Speisekarte in einem Restaurant, der Orientierungs-Guide für ein Museum oder die Abstimmungsmöglichkeiten bei Vorträgen. 

Allerdings müssen Nutzer*innen eine PWA auf dem Homescreen ihres Smartphones speichern, um alle Vorteile nutzen zu können. «Das Hinzufügen zum Homescreen stellt für viele Nutzer*innen noch immer eine Hürde dar», gibt Läubli zu bedenken. Die Nutzer*innen schätzen im Gegenzug, dass sie die App nicht direkt auf ihrem Gerät installieren müssen. Ein Nachteil von PWA ist, dass spannende Features mit Webtechnologien noch nicht umsetzbar sind. Auf iOS lassen sich beispielsweise keine Push-Nachrichten empfangen. Auch Zugriffe auf die Kamera und Lokalisierungen müssen zum Teil jedes Mal neu angefragt werden.

Die Neuen: Instant Apps

Die von Apple vorgestellten App Clips bzw. von Google angebotenen Instant Apps verkomplizieren die Auswahl weiter. App Clips sind ‘Mini Apps’, die auf dem Gerät ausgeführt werden, ohne sie vorgängig installieren zu müssen. Wenn Nutzer*innen die App mögen, haben sie die Möglichkeit, die Vollversion herunterzuladen. Apple empfiehlt die Verwendung von App Clips vor allem in Verbindung mit der Schnellanmeldung über das eigene Konto und mit Apple Pay. Damit entfallen die mühsamen Schritte von Download, Registrierung sowie Eingabe von Zahlungsdaten.

Die Idee hinter Android Instant Apps ist ähnlich. Diese geben Nutzer*innen die Möglichkeit, eine App auszuprobieren, ohne sich im Play Store durch ein schier endloses Angebot von Alternativen navigieren zu müssen. Diese Apps kommen häufig als Demos von Spielen zum Einsatz. Den Nutzer*innen wird beispielsweise ein Level zum Testen angeboten. Dabei müssen sie nichts installieren, sondern können gleich loslegen. Hinterlässt die Instant App einen guten Eindruck, kann danach die Vollversion heruntergeladen werden. 

dreipol ist eine Agentur für Design und Entwicklung aus Zürich. Designer*innen und Entwickler*innen arbeiten Hand in Hand und schaffen so Apps, die begeistern.

Die Kosten

Der PWA-Boom ist laut Läubli unter anderem damit zu erklären, dass sie einfacher zu entwickeln sind als klassische Apps. Da Native Apps der Entwicklung einer jeweils eigenen Version für iOS und Android bedürfen, ist der Erstaufwand in der Regel höher. Aber es gibt Mittel und Wege: «Bei dreipol arbeiten wir mit einer ganz speziellen Software-Architektur (Multiplattform) und können diese Mehrkosten so minimal halten», sagt Läubli, «Logik, Navigation, Datenbank und Server-Kommunikation müssen so nur einmal implementiert werden». 

Nicht ausser Acht gelassen werden darf, dass sich mit einer PWA nur ein Teil der Möglichkeiten einer Native App umsetzen lassen. Dadurch reduziert sich der Funktionsumfang des Projekts automatisch, was sich wiederum in tieferen Kosten niederschlägt. Anders formuliert: «Durch den Verzicht auf einige Native Features, wie zum Beispiel Push-Nachrichten oder Integrationen in die Apple Watch, lassen sich gewisse Projekte als PWA günstiger umsetzen, allerdings zu Lasten des Funktionsumfangs», sagt Bichsel. 

Instant Apps und App Clips sind sich ähnlich. Sie werden über einen QR-Code oder einen Link geöffnet und verhalten sich bei der Benutzung grundsätzlich wie Native Apps. Sie stellen im Vergleich zur Entwicklung derselben keinen Mehraufwand dar: Die gleichen Funktionalitäten sind auch in der Native App vorhanden und der Code kann geteilt werden. Apps Clips und Instant Apps versuchen also lediglich, die Installations-Hürde zu umgehen.

Und was ist jetzt die beste Lösung? 

«Letztlich gibt es nicht die eine ideale Lösung für alle Bedürfnisse», sagt Läubli und öffnet das Nähkästchen, «um sich dieser anzunähern, arbeiten wir bei dreipol von Anfang an eng mit unseren User Experience Spezialist*innen zusammen». So lässt sich bereits im Vorfeld der Entwicklung klären, wen die App ansprechen soll und was sie dafür wirklich können muss. Je nach Kontext und Anforderungen wird danach die am besten geeignete Technologie eingesetzt. Auch Bichsel bestätigt: «Bei uns stehen immer das Produkt als Ganzes sowie die Nutzer*innen im Zentrum. So wird in jedem einzelnen Fall und je nach Ziel entschieden, welche Technologie zum Zug kommen soll».

Es ist nicht leicht, den Wald vor lauter Bäumen zu sehen – vor allem, wenn ein Unternehmen die erste eigene App veröffentlicht und sich mit den vielen Wahlmöglichkeiten konfrontiert sieht. Professionelle Agenturen wie dreipol beantworten nicht nur die drängendsten Fragen, sondern stellen auch sicher, dass die Nutzer*innen bei der Wahl des Designs und der passenden Technologie stets im Blick behalten werden. Die neue App soll schliesslich nicht im Dickicht der App Stores verschwinden, sondern die Nutzer*innen dort abholen, wo sie sind – als Native App, PWA oder eben Instant App bzw. App Clip.

Erstellt: 30.04.2021 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. in Kooperation mit dreipol GmbH erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.