Schweizer KMU «Mit KI und Hybrid Cloud gewinnt der Mittelstand eine neue Wettbewerbsstärke»

Die Innovationslust von Schweizer KMU ist gross, doch veraltete Infrastrukturen und knappe Ressourcen bremsen Projekte. René Zierler und Roger Mafli zeigen, wie echte Digitalisierung gelingt und KI zum Erfolgsfaktor wird.  

«Mit KI und Hybrid Cloud gewinnt der Mittelstand eine neue Wettbewerbsstärke»

Vor welchen Herausforderungen stehen viele Ihrer Kundinnen und Kunden, wenn sie auf Sie zukommen?

Zierler: Oft ist es eine Kombination aus drei Faktoren: fehlendes spezialisiertes Know-how, eine über Jahre gewachsene, teils veraltete Infrastruktur und sehr begrenzte personelle Ressourcen. All dies führt dazu, dass Digitalisierungsprojekte oft ausgebremst werden. Zwar ist der Wille zu Innovationen da, jedoch verhindert der operative «Rucksack», dass die Unternehmen so schnell vorankommen, wie es der Markt eigentlich verlangt.

Mafli: Viele unserer Kunden befinden sich heute in einer ähnlichen Ausgangslage: Die technologische Entwicklung schreitet rasant voran – oft schneller, als sie im Alltag verar­beitet werden kann. Gleichzeitig ist die IT über Jahre hinweg gewachsen und dadurch schwerfällig geworden. Anwendungen, Daten und Systeme existieren nebeneinander in unterschiedlichen Silos, ohne nahtlos zusammenzuspielen, was die effiziente Nutzung erschwert. 


Was sind typische Fragestellungen, die KMU derzeit beschäftigen?

Zierler: Die brennendste Frage ist: Wo fange ich überhaupt an? Viele Unternehmer fürchten sich vor Mammutprojekten. Sie suchen nach Technologien, die einen schnellen, sichtbaren Nutzen stiften – sei es durch Kostensenkung, höhere Effizienz oder neues Wachstum. Und natürlich ist der Fachkräftemangel ein riesiges Thema: Wie kann Technik uns helfen, die Arbeit auch mit weniger Personal produktiv zu bewältigen?

 

Was gilt als «veraltet» und wo stehen die meisten KMU in Sachen Digitalisierung?

Mafli: Veraltet ist nicht zwingend der Server im Keller, sondern eine starre IT-Struktur, die nicht atmen kann. Früher wurde Infrastruktur für mehrere Jahre im Voraus dimensioniert – am Anfang oft überdimensioniert, am Ende zu knapp. Viele KMU arbeiten derzeit zwar digital, nutzen E-Mail, ERP-Systeme und elektronische Ablagen, doch ihre IT ist häufig noch nicht wirklich vernetzt. Der nächste Schritt in Richtung Fortschritt liegt in der intelligenten Verbindung von Daten und Systemen. Erst wenn Informationen fliessen und in Echtzeit für Entscheidungen genutzt werden können, entsteht echter Mehrwert.


Wo setzen Sie an, wenn Sie Technologie neu denken?

Zierler: Wir setzen ganzheitlich und extrem pragmatisch an. Ein KMU braucht Lösungen, die flexibel, skalierbar und leicht implementierbar sind. Wir verbinden die Geschäftsprozesse mit der Infrastruktur und einer klaren Datenstrategie. Technologie ist das zentrale Werkzeug, um ein Geschäftsproblem zu lösen.

Mafli: Entscheidend ist nicht nur, was Mitarbeitende im Arbeitsalltag effizient und sicher erledigen müssen, sondern auch, wie sensibel Daten sind und welches Schutzniveau sie erfordern. Moderne Technologie sollte dabei möglichst in den Hintergrund treten. Idealerweise funktioniert sie so selbstverständlich wie Strom aus der Steckdose: jederzeit verfügbar, flexibel skalierbar und zuverlässig – ohne dass man sich mit der dahinterliegenden Komplexität beschäftigen muss.


Ist Künstliche Intelligenz inzwischen ein Muss und was kann sie leisten?

Zierler: KI ist keine Science-Fiction mehr, sondern ein ganz praktischer Hebel. Sie automatisiert Routineaufgaben, was sofort Zeit und Kosten spart. Sie hilft KMU schlichtweg dabei, in der digitalen Welt wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mafli: Unverzichtbar wird sie überall dort, wo sie konkret entlastet – etwa beim zunehmenden Fachkräftemangel. KI kann repetitive und zeitintensive Aufgaben übernehmen. Dabei ersetzt sie den Menschen nicht, sondern ergänzt ihn sinnvoll.


Können Sie dies an einem Beispiel erläutern? 

Mafli: Im Kundendienst beispielsweise kann KI eingehende Anfragen automatisch vorstrukturieren, priorisieren und Standardfragen direkt beantworten. Dadurch gewinnen die Mitarbeitenden Zeit für jene Anliegen, bei denen Erfahrung, Kontextverständnis und Empathie entscheidend sind. Das Ergebnis ist eine schnellere Bearbeitung, weniger Fehler und zufriedenere Kunden – und damit ein messbarer Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen.


Nicht wenige KMU fragen sich, ob ihre Daten sicher sind. Inwieweit können Sie sie beruhigen?

Zierler: Diese Sorge ist definitiv berechtigt, und wir nehmen sie sehr ernst. Die Fragen sind immer dieselben: Wo liegen die Daten? Wer hat Zugriff? Wir setzen auf einen «Security-first»-Ansatz. Wichtig sind eine mehrstufige Verschlüsselung, automatisierte Systeme zur Bedrohungserkennung und Abwehrmassnahmen, die Risiken oft schon verhindern, bevor sie entstehen. Grundsätzlich sind Daten in professionell gemanagten Infrastrukturen häufig deutlich besser geschützt als auf einem lokalen Server im eigenen Büro.  


Nichtsdestotrotz bleibt der Mensch der entscheidende Faktor …

Mafli: Das stimmt. Technik allein reicht nicht aus. Mein Appell an Unternehmer lautet daher: Fördern Sie eine Kultur der Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden regelmässig, sensibilisieren Sie für Risiken und vermitteln Sie Best Practices im Umgang mit Daten. Gut informierte Teams sind die wirksamste Verteidigungslinie gegen Cyberangriffe. 


Cloud Computing bedeutet Freiheit statt Abhängigkeit. Doch was heisst das konkret?

Zierler: Es bedeutet, dass die IT dem Geschäft folgt – nicht umgekehrt. Statt in fixe, teure Hardware zu investieren, können Unternehmen ihre IT-Ressourcen dynamisch an den tatsächlichen Geschäftserfolg anpassen. Wenn sie wachsen, wächst die Cloud mit. Wenn sie weniger brauchen, skalieren Sie zurück und senken die Kosten sofort. Das ist echte unternehmerische Freiheit.


Wie arbeiten Sie mit dem Schweizer Mittelstand zusammen? Sind Sie jederzeit Ansprechpartner? 

Mafli: Absolut. Wir verstehen uns als Partner auf Augenhöhe. Über unser dichtes Netz an lokalen Partnern in der Schweiz stellen wir sicher, dass wir immer nah am Kunden sind. Wir sind da, wenn es brennt, begleiten die Unternehmen jedoch auch langfristig. Das Ziel ist nicht, dass jedes Unternehmen selbst zum IT-Giganten wird, sondern dass es die Erfahrung und Infrastruktur von Profis nutzt, um seine eigene digitale Souveränität nachhaltig zu stärken.


Partnerschaften gelten heute immer häufiger als der Erfolgsfaktor schlechthin. Braucht es ein Team, um zur digitalen Stärke zu finden?

Zierler: Definitiv. Innovation ist ein Mannschaftssport. Hewlett Packard Enterprise Schweiz bringt die globale Expertise in KI und Infrastruktur ein, unsere lokalen Partner die Nähe und die spezifische Branchenkenntnis. Gemeinsam bauen wir Lösungen, die exakt auf die Bedürfnisse eines Schweizer KMU zugeschnitten sind. Niemand muss diesen Weg allein gehen.


Müssen Unternehmen ihre IT selbst aufbauen oder reicht es, allein von Ihrer Erfahrung zu profitieren?

Zierler: Ich rate Firmen, sich auf das zu konzentrieren, was sie einzigartig macht – ihr Produkt, ihren Service. Für das technologische Fundament sollten sie auf bewährte Best Practices und massgeschneiderte Lösungen setzen. Das spart Zeit, schont die Nerven und reduziert das Risiko von Fehlinvestitionen massiv.

Mafli: Unternehmen sollten die Expertise von Technologiepartnern nutzen, um ihre Systeme zukunftssicher aufzubauen, automatisierte Prozesse zu implementieren und Daten effektiv zu vernetzen – ohne selbst zu IT-Spezialisten werden zu müssen.


Wenn Sie in die Zukunft blicken, wie wird die digitale Transformation weitergehen?

Zierler: Sie wird sich beschleunigen, aber sie wird auch «unsichtbarer» werden. KI und Cloud werden zur Grundausstattung wie Strom und Wasser. Die Gewinner der Zukunft werden die Unternehmen sein, die ihre Daten aktiv nutzen, um schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen. Die Transformation passiert nicht von allein – man muss sie heute aktiv gestalten, um morgen die Früchte zu ernten.

Mafli: Für Unternehmen bedeutet das auch, jetzt die Weichen für eine flexible, vernetzte und datengetriebene IT-Infrastruktur zu stellen. Wer frühzeitig auf intelligente Systeme, automatisierte Prozesse und KI-gestützte Entscheidungsunterstützung setzt, schafft nicht nur Effizienz, sondern legt auch das Fundament, um zukünftige Innovationen schnell und sicher umzusetzen. So wird Technologie vom Werkzeug zum aktiven Partner für Wachstum und Fortschritt.

 

«Mit KI und Hybrid Cloud gewinnt der Mittelstand eine neue Wettbewerbsstärke»

Im Interview 
René Zierler (links)
Managing Director 

Roger Mafli
Country Chief Technologist

Hewlett Packard Enterprise Schweiz
info@hpe.com
www.hpe.com/ch/de

Über HPE

HPE ist ein führender Anbieter unverzichtbarer Technologien, der die Stärken von KI, Cloud und Networking bündelt, um Firmen und Verwaltungen voranzubringen. Als Pioniere des Möglichen verbessern wir mit Innovation und Expertise das Leben und die Arbeit der Menschen. Wir befähigen unsere Kunden aus allen Branchen, ihre Betriebsleistung zu optimieren, Daten in Prognosen umzuwandeln und ihre Wirkung zu maximieren – damit sie ihre kühnsten Ambitionen verwirklichen können.
Weitere Informationen unter 
www.hpe.com

Erstellt: 05.03.2026 07:00 Uhr

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