Altersvorsorge Thema Nummer Eins

Die meisten Schweizerinnen und Schweizer machen sich Gedanken über ihre finanzielle Absicherung im Alter. Hier gibt es eine Fülle an Möglichkeiten

Thema Nummer Eins

Es ist das Thema, das bei den Schweizerinnen und Schweizern ganz oben steht: Die Altersvorsorge. Laut dem «Sorgenbarometer 2019» der Credit Suisse rangiert der Bereich Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)/Altersvorsorge mit 47 Prozent unverändert auf dem ersten Rang, gefolgt von der Sorge um die Gesundheit/Krankenkassen (41 Prozent) und dem Thema Ausländer (30 Prozent).Gleichzeitig schätzen 92 Prozent der Befragten ihre eigene wirtschaftliche Lage als «recht gut», «gut» oder sogar «sehr gut» ein. Kein Wunder, dass sich die meisten wünschen, dass dies auch im Alter so bleibt.


Höchstes Vertrauen in die 3. Säule
Interessant ist, dass 74 Prozent der Bürgerinnen und Bürger beim in der Schweiz geltenden 3-Säulen-Prinzip der Alters-, Invaliditäts- und Hinterlassenenversicherung das grösste Vertrauen in die finanzielle Stabilität der privaten dritten Säule haben. Nicht ganz so gross (66 Prozent) ist es in die berufliche Vorsorge beziehungsweise die zweite Säule. Und mit 61 Prozent sind die Befragten von der Finanzkraft der AHV am wenigsten überzeugt. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Groupe Mutuel hervor.


Und tatsächlich ist es so, dass die private Vorsorge für das Alter (nicht nur) in der Schweiz immer wichtiger wird. Auch wenn die Corona-Pandemie Anfang 2020 zu einem Crash an den internationalen Finanzmärkten geführt hat, haben sich die Märke inzwischen doch wieder deutlich erholt. Die Aussicht auf einen baldigen Impfstoff gibt zu weiterer Zuversicht Anlass. Grund genug für den Einzelnen, in Sachen Geld- und Kapitalanlage und somit auch erfolgreicher Vorsorge für das Alter positiv in die Zukunft zu schauen.


ETFs sind spannende ANLAGEFORMEN
Möglichkeiten gibt es genug. Angesichts nach wie vor historisch niedriger Zinsen bieten sich dabei vor allem Fonds, Aktien und Immobilien an. Im Bereich der Fonds sind ETFs – Exchange Traded Funds – eine spannende Variante für die private Altersvorsorge. Dabei handelt es sich um Invest­mentfonds, die direkt über die Börse ge- und verkauft werden können. Im Gegensatz jedoch zu herkömmlichen Aktienfonds, die ein Anlagemanager «aktiv» steuert, sind ETFs «passive» Fonds. Bei diesen Produkten bildet ein Computeralgorithmus ganze Aktienindizes wie etwa den Dow Jones Index (DJI) aber auch ganze Welt-Indizes eins zu eins nach. Das bedeutet: Steigt der Wert des Aktienindex, der einem ETF zugrunde liegt, profitiert der Anleger im selben Mass. Hat man also etwa in einen DJI-ETF investiert und steigt der Dow Jones Index um ein Prozent, wächst auch der Wert des DJI-ETF um ein Prozent. Allerdings gilt das auch im umgekehrten Fall, wenn der Dow Jones oder der jeweils für den ETF zugrunde liegende Index fällt.


Was ETFs besonders auszeichnet, sind ihre Kostenvorteile. So fallen statt eines Ausgabeaufschlags lediglich die üblichen Handelsprovisionen an. Diese entsprechen einer normalen Aktienorder. Und auch die jährliche Verwaltungsgebühr liegt mit durchschnittlich 0,5 Prozent eher am unteren Ende der Skala. Wichtig sind aber nicht nur die Kosten eines ETFs, sondern auch sein Volumen. Keinesfalls sollte der Fonds zu klein sein, denn wenn zum Beispiel das in einem ETF verwaltete Vermögen über 600 Millionen US-Dollar liegt, ist die Gefahr geringer, dass die Fondsgesellschaft den Fonds irgendwann schliesst. Da es in der Schweiz keine Sparpläne auf ETFs gibt, empfiehlt es sich, in regelmässigen Abständen, zum Beispiel einmal im Monat, manuelle Käufe in einer bestimmten Höhe über einen Broker zu tätigen.


Aktien und Immobilien immer interessant
Angesichts des schwachen Zinsumfeldes sind Aktien als Kapitalanlage nahezu unverzichtbar. Gerade wenn sich jetzt abzeichnet, dass sich durch einen Impfstoff die Lage um die Corona-Pandemie entspannen könnte, sind Aktien im Vorfeld eines möglicherweise folgenden deutlichen Wirtschaftsaufschwungs sehr interessant. Zwar unterliegen Dividendenpapiere häufig kurzfristig starken Kursschwankungen. Wer aber langfristig orientiert ist, kann das Risiko allein durch den verlängerten Anlagehorizont verringern. Zudem winken teilweise sehr attraktive Dividendenerträge. Insofern sollte man bei der Auswahl von Aktien auch auf die Dividendenperspektive des jeweiligen Unternehmens achten.
Geht es um die Altersvorsorge, sind seit jeher Immobilien als Direktanlage interessant, egal ob sie zur Selbst- oder zur Fremdnutzung dienen. Bei fremdgenutzten Immobilien stellen die Mieteinnahmen einen wesentlichen Ertrag dar. Vor allem im Alter ergänzen die Einnahmen aus vermieteten Immobilien die Renteneinkünfte. Aber auch die selbstgenutzte Immobilie ist eine Kapitalanlage. Die eingesparte Miete erhöht das zur Verfügung stehende Einkommen. Wenn die Immobilie später einmal verkauft wird, ist der Verkaufserlös ebenfalls als Gewinn anzusehen.

Fondsgebundene Rentenversicherung in Erwägung ziehen
Eine gute Idee für die Altersvorsorge ist sicher auch eine private Rentenversicherung. Ihr grosser Vorteil gegenüber vielen anderen Produkten ist, dass sie das sogenannte Langlebigkeitsrisiko abfängt. Denn die vereinbarte Rente wird ein Leben lang gezahlt. Da die Lebenserwartung stetig steigt und immer mehr Menschen 100 Jahre und älter werden, kann diese Risikoabsicherung ein Pluspunkt sein. Will man nicht so lange warten, kann man auch die Flexibilität von Kapitalauszahlungen nutzen. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich fondsgebundene Rentenversicherungen. Sie ermöglichen durch ihre angebotenen Fonds Investitionen am Aktienmarkt oder in andere Anlagen mit durchschnittlich mehr Rendite als klassische Angebote.


Last but not least kann sich teilweise auch für die Altersvorsorge die Investition in Gold lohnen. Hier bietet sich möglicherweise im Moment ein günstiger Einstiegspunkt an, ist der Goldkurs in den letzten Wochen doch wieder etwas gesunken.

Erstellt: 19.01.2021 07:00 Uhr

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