Bewegungspädagogik «Für mich die perfekte Basis für mein ‹bewegtes› Berufsleben»

Die HWS bietet Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Medizin, Bewegung und Gesundheit sowie Naturheilkunde an. Katrin Rufer berichtet über ihr Bewegungspädagogik-Studium und was sie heute macht.

Bewegungspädagogin/Bewegungspädagoge HF an der HWS

Frau Rufer, wann haben Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen?

Das ist schon ewig her, im Jahr 1998.

An welche drei Dinge erinnern Sie sich, wenn Sie an Ihr Studium an der HWS zurückdenken?

Mich auf drei Dinge zu reduzieren, ist schwierig, denn mir fielen mehr als drei Erinnerungen ein (lächelt). Am besten erinnere ich mich an das Fach Bewegungsimprovisation mit Ursula Keller Imhof, Bereichsleiterin Bewegung und Gesundheit an der HWS. Es war eines der Fächer mit sehr wenig Vorgaben, indem wir uns frei bewegen und improvisieren konnten. Wir alle hatten uns immer so auf den Morgen gefreut und wussten, dass Ursula die Zeit mit uns genoss.

Auch die Zugfahrt habe ich noch in Erinnerung. Ich pendelte täglich mit ein paar anderen Mitstudierenden mit dem Zug nach Basel. Wir hatten zusammen gelernt, haben alle Fächer durchgekaut und miteinander geschwatzt. Wir fielen mit unserem bunten und teils grossen Equipment so auf, sodass wir uns im Zug schlichtweg nicht verfehlen konnten.

Und eines hatte uns alle damals begleitet (Katrin lacht): Wir konnten uns irgendwann alle nicht mehr im Spiegel ansehen! Niemand wollte mehr zuvorderst in der Reihe stehen und sich im Spiegel betrachten. Es gehörte selbstverständlich zum Studium, aber nach drei intensiven Jahren war ich froh, als ich meine Bewegungen nicht mehr so genau im Spiegel analysieren musste.

Hatten Sie bereits vor Beginn der Ausbildung eine berufliche Vorstellung? Und wenn ja, welcher Beruf war es?

Ja, das hatte ich. Ich hatte von Anfang an einen bewussten Weg eingeschlagen. Mein Berufswunsch war es Sportmasseurin zu werden. Da es keine direkte Ausbildung gab, musste ich zuerst ein klassisches Diplom in Massage absolvieren. Die Ausbildung zur Bewegungspädagogin war eine gute Ausgangslage, besonders der Kurs Anatomie, um mich dann als Sportmasseurin weiterzubilden. Jedoch verschwand dieser Berufswunsch während der Ausbildungszeit.

«Wir konnten uns frei bewegen. Es war ein Stück Erholung!»

Was machen Sie heute? Beschreiben Sie uns Ihren Berufsalltag.

Ich arbeite seit 15 Jahren als Fachfrau Betreuung (FaBe) in einer Tagesstätte mit jungen beeinträchtigten Menschen. Ich habe nebst dem Lehrauftrag an der HWS in der Institution verschiedene Gruppen, die ich in Einzel- und Gruppensettings fördere. Ich gestalte ihren Alltag mit, indem ich ihnen Turnunterricht gebe und sie in ihrem Alltag auf spielerische Weise dazu bringe, in Bewegung zu bleiben. Da es oft junge Menschen sind, die ich in ihrer individuellen Entwicklung begleite, liegt der Schwerpunkt in der lebenspraktischen Förderung hin zu einer möglichst grossen Selbstständigkeit. Beispielsweise individuelle Förderangebote in den Bereichen Kochen, Backen, Einkaufen, Lesen, Schreiben, Rechnen und im Anwenden vom PC. Wir haben auch einen Schrebergarten. Ich habe freie Hand in der Alltagsgestaltung und daher viel Raum für die Förderung jedes Einzelnen. Dabei ist mir die Bewegungspädagogik eine wertvolle Inspirationsquelle wie auch ein Werkzeug, um die Inhalte sinnvoll zu gestalten.

Was würden Sie den Lesern mitteilen wollen, die sich für die Ausbildung zur Berufspädagogin oder zum Berufspädagogen interessieren?

Die Ausbildung bietet eine sehr gute und breite Basis im Bereich Bewegung und Gesundheit! Danach ist die Ausbildung aber nicht fertig, sondern es braucht viel Eigeninitiative, da der Beruf wenig bekannt ist. Man kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, dessen muss man sich bewusst sein. Man ist gefordert, indem man sich nach der Ausbildung in dem Bereich, in dem man später arbeiten möchte, weiterzubilden und zu spezialisieren. Sein Wissen dabei unter Beweis zu stellen und sich bei der Arbeit verkaufen zu können, ist sehr wichtig und die Freiräume zu nutzen, welche sich einem anbieten, um so Pionierarbeit leisten zu können. So ergeben sich immer wieder spannende neue Arbeitsfelder. Eine Bewegungspädagogin oder ein Bewegungspädagoge wird sich dafür einsetzen müssen. Oftmals sind sich die Absolvierenden dessen nach ihrem Abschluss nicht bewusst und unterschätzen den Weg, welchen sie noch vor sich haben.

Wenn auch Du eine Ausbildung als Bewegungspädagogin/Bewegungspädagoge HF absolvieren möchtest, dann findest du alle Infos auf ipso.ch/bug.

Hast du noch Fragen? Kontaktiere uns, wir beraten dich gerne!

Erstellt: 03.09.2022 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. in Kooperation mit ipso Bildung AG erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.