Blockchain Vertrauen durch verschlüsselte Verkettung

Die Blockchain hat das Potenzial, eine Vielzahl von Branchen zu revolutionieren. Sie ermöglicht nicht nur Kryptowährungen, sondern auch smarte Verträge und automatische Herkunftsnachweise.

Vertrauen durch verschlüsselte Verkettung
Die digitale Währung Bitcoin

Die Blockchain-Technologie und die Quantenphysik haben etwas gemeinsam: Angeblich versteht sie niemand. Wer sich jedoch ein paar Minuten Zeit nimmt und nicht unbedingt darauf beharrt, sämtliche technischen Details zu begreifen, für den ist das Blockchain-Prinzip durchaus durchschaubar. Bei der Blockchain-Technologie geht es hauptsächlich um eines: maschinell erzeugtes Vertrauen.


Blockchain in der Praxis

Das alles ist keine reine Zukunftsmusik mehr: Es gibt bereits etliche Projekte, die den praktischen Nutzen der Blockchain-Technologie bewiesen haben. Das bekannteste Beispiel dafür ist die digitale Währung Bitcoin, die nach Schätzungen der University of Cambridge weltweit schon etwa vier Millionen Benutzer hat. Zwei Versicherungsunternehmen (aus der Schweiz und aus Frankreich) bieten eine Police an, die Passagiere nach einer Flugverspätung automatisch entschädigt. Und mehrere Wohltätigkeitsorganisationen verwenden die Blockchain-Technologie, um den Spendern mehr Transparenz zu verschaffen in Bezug darauf, was mit ihrem Geld geschieht. So beachtlich diese bereits existierenden Projekte auch sind: Die Blockchain hat noch ein viel grösseres Potenzial. Dementsprechend viele Interessenten investieren in die Entwicklung von Blockchain-Lösungen. Darunter befinden sich sowohl Unternehmen aus der IT-Branche als auch traditionelle Finanzinstitute, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen möchten.

Vertrauen durch verschlüsselte Verkettung
Eine Blockchain ist ein (natürlich digitales) Konto - buch, in dem alle Transaktionen verzeichnet sind

Digitales Kontobuch

Jetzt wären ein paar Details über den technischen Hintergrund doch ganz interessant? Bitteschön: Eine Blockchain ist ein (natürlich digitales) Konto - buch, in dem alle Transaktionen verzeichnet sind. Die erste Besonderheit der Blockchain besteht darin, dass dieses Kontobuch nicht auf einem zentralen Server gespeichert ist, sondern auf mehreren gleichberechtigten Computern, die ein Netz bilden und unabhängig voneinander die Korrektheit des Kontobuchs prüfen. Die zweite Besonderheit: Um Manipulationen zu verhindern, verkettet die Blockchain die hinzukommenden Transaktionen mit den bereits vorhandenen Transaktionen – durch verschlüsselte Prüfsummen. Das führt dazu, dass veränderte oder gelöschte Transaktionen auffallen, weil sie die Prüfsummen der späteren Transaktionen verändern. Dieser kryptographischen Verknüpfung der Transaktionen verdankt die Blockchain auch ihren Namen, den man auf Deutsch mit „Daten- blockkette“ oder „Datensatzkette“ übersetzen könnte.


Mysteriöser Erfinder

Die Grundlagen für eine kryptographisch abgesicherte Verkettung von Datenblöcken haben bereits im Jahr 1990 die US-amerikanischen Wissenschaftler Stuart Haber und W. Scott Stornetta beschrieben. Ein konkretes Konzept für eine Blockchain wurde im Jahr 2008 von Satoshi Nakamoto (ein bislang nicht gelüftetes Pseudonym) veröffentlicht, der dann 2009 als Hauptbestandteil der Kryptowährung Bitcoin die erste öffentlich verteilte Blockchain verwirklichte. Seit etwa 2014 existieren Erweiterungen des Blockchain-Konzepts, die programmierbare Transaktionen erlauben. Erst dadurch werden beispielsweise smarte Verträge oder automatisch ausgehandelte Geldmikrotransaktionen möglich.

Erstellt: 17.10.2022 07:00 Uhr

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