Unternehmenskultur Braucht es noch Büros?

Was hat sich durch die Pandemie in puncto Unternehmenskultur verändert? Was braucht es künftig, um Mitarbeitende zufrieden zu machen? Das XING Corona Barometer hat die Antworten.  

Braucht es noch Büros?

Die Coronapandemie hat vieles verändert, so auch die Art und Weise, wie wir wo arbeiten. Stichwort: Homeoffice. Welche Auswirkungen dies auf das Arbeitsklima und die Unternehmenskultur hat, zeigen die Ergebnisse der Umfrage des beruflichen Netzwerkes XING aus dem März 2021, an der 1’176 aktive Mitglieder teilnahmen – davon 404 in der Schweiz, 348 in Deutschland und 424 in Österreich. «Die Umfrage bestätigt unsere Thesen: Unternehmenskultur braucht ein Büro, einen physischen Ort für Interaktion, kreatives Miteinander und mehr», so XING-Geschäftsführerin Sabrina Zeplin.
Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass der persönliche Kontakt im Büro wichtig ist, um Unternehmenskultur entstehen zu lassen und spüren zu können. Die aktuellen Zahlen zeigen auch, dass das Thema längst schon kein Thema mehr ist, mit dem sich nur die Unternehmensführung auseinandersetzt, denn knapp ein Viertel der Befragten ist der Meinung, dass Unternehmenskultur ein gemeinsamer Prozess von Unternehmensleitung und Mitarbeitenden ist.


Veränderte Unternehmenskultur

Für etwa die Hälfte der Befragten hat sich die Unternehmenskultur seit Ausbruch der Pandemie verändert, etwas mehr zum Negativen als zum Positiven. Die Befragten vermissen insbesondere die gemeinsamen Aktivitäten, erfahren weniger Lob und Wertschätzung für die eigene Arbeit und fühlen einen grösseren Leistungsdruck beziehungsweise psychische Belastung. Jene, für die sich die Unternehmenskultur zum Positiven verändert hat, nennen ein verbessertes Vertrauensverhältnis zu den Führungskräften, mehr Lob und Wertschätzung für die eigene Arbeit, mehr Klarheit über den Unternehmenszweck beziehungsweise die strategischen Ziele und das Einsetzen der Mitarbeitenden-Potenziale für die strategischen Ziele als Hauptgründe.


Feelgood-Manager als Bindeglied

Die XING-Mitglieder wurden auch gefragt, ob sie einen Kultur- oder sogenannten Feelgood-Manager im Unternehmen wünschen, der oder die sich aktiv um die Gestaltung der Unternehmenskultur kümmert. 60 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus. «Unternehmen sollten sich darüber Gedanken machen, eine explizite Position für die Kulturentwicklung zu schaffen. Nicht zur Bestellung von Obst, und um Sprüche an die Wände zu kleben, sondern als Organisations­entwicklung», rät Zeplin. Es ginge dabei um Mechanismen zur Schaffung von Identität, Vertrauen und Bindung, sowie die Schaffung eines Umfeldes, in dem die Mitarbeitenden mit ihrem Potenzial maximal zum Erfolg des Unternehmens beitragen können. Diese Funktion diene, so die Expertin, damit auch als Bindeglied zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitenden.


Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Rund 54 Prozent der Befragten sind aktuell mit der Unternehmenskultur im Unternehmen sehr oder eher zufrieden. Doch was macht eine gute Unternehmenskultur aus? Besonders wichtig sind für die Befragten kollegialer Umgang im Unternehmen, Vertrauensverhältnis mit den Führungskräften, Lob und Wertschätzung für die eigene Arbeit, positiver und offener Umgang mit Fehlern beziehungsweise. Fehlertoleranz, sowie Klarheit über den Unternehmenszweck und die strategischen Ziele. Nicht alle Aspekte, die Arbeitnehmende als wichtig einschätzen, werden allerdings aktuell in den Unternehmen zur Zufriedenheit dieser abgedeckt. «Hier haben wir eine Wunsch-und-Wirklichkeit-Schere, wo wir noch viel Potenzial für Verbesserung sehen. Gerade in Krisen­zeiten können Unternehmen das beweisen, was sie sonst versprechen», resümiert Zeplin abschliessend.

Erstellt: 26.07.2021 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.