Kinderwunsch Nicht zu früh aufgeben!

Schätzungsweise jedes sechste Paar in der Schweiz ist ungewollt kinderlos. Warum eine Schwangerschaft auf sich warten lassen kann und wann der richtige Zeitpunkt ist, sich an Spezialisten zu wenden.

Nicht zu früh aufgeben!
Abnehmende Fruchtbarkeit ab 30 kann eine Rolle Spielen

In jüngster Zeit sind immer wieder Schlagzeilen wie diese in den Nachrichten aufgetaucht: «So
viele Geburten wie seit 1972 nicht mehr» oder «Schweizer Babyboom im Jahr 2021». Im letzten Jahr wurden hierzulande laut den Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) 89’400 Geburten verzeichnet, so viel wie seit fast 50 Jahren nicht mehr. Dies entspricht über alle Kantone hinweg einem Plus von 4.1 Prozent gegenüber 2020 – übrigens die höchste Zunahme seit 1988. Was die frischgebackenen Eltern gesunder Babys himmelhoch jauchzen lässt, kann andere Frauen und Männer an den Rand der Verzweiflung bringen. Gemeint sind jene Paare, bei denen der Schwangerschaftstest immer wieder kein «positiv» anzeigt. «Warum will es einfach nicht klappen?» – diese zermürbende Frage stellen sich Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch zu Recht. Dazu gehören laut der Weltgesundheitsorganisation WHO Paare, die es seit über einem Jahr bewusst ohne Erfolg «probiert» haben. Fakt ist: Eine pauschale Antwort darauf, warum eine Schwangerschaft ausbleibt, gibt es nicht, denn die Ursachen sind sehr vielfältig.


 

Nicht zu früh aufgeben!
Kinderwunsch bleibt unerfüllt

Frauen suchen die Schuld oft bei sich

Vor allem Frauen suchen die Schuld oft bei sich. Dabei liegen laut neuesten Erkenntnissen die Ursachen mit jeweils 30 bis 40 Prozent beim Mann oder bei der Frau. Im Rest der Fälle liegt es an beiden. Mögliche Gründe bei Frauen sind beispielweise eine Endometriose – dabei handelt es sich um Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut –, Schilddrüsenfunktionsstörung oder auch Myome, das sind gutartige Tumoren in der Muskelschicht der Gebärmutter. Eine Rolle kann zudem Stress und die mit dem Alter abnehmende Fruchtbarkeit spielen. Diese nimmt bei Frauen über 30 Jahren schnell ab. Gerade beim Social Freezing, bei dem es darum geht, gesunde und fruchtbare Eizellen für eine späteren Kinderwunsch einzufrieren, ist es daher wichtig, möglichst frühzeitig die Eizellen zu entnehmen. Auch bei Männern verschlechtert sich die Zeugungsfähigkeit ab diesem Alter kontinuierlich. Es gibt auch andere Ursachen, wie Infektionen, Hodenhochstand oder Hormonstörungen, für ein ungenügendes Spermiogramm, also eine nicht ausreichende Zahl und Beweglichkeit der Spermien. Wichtig: Der Mann sollte sich stets auch untersuchen lassen, denn auch eine verminderte Spermienqualität kann eine Schwangerschaft verhindern.

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Es gibt mehrere Kinderwunschzentren in der Schweiz

Grund zur Sorge? Erst nach zwei Jahren

Bleibt auch nach zwei Jahren alle Mühe ergebnislos, sprechen Experten von einem unerfüllten Kinderwunsch. Spätestens dann sollten Paare sich in die erfahrenen Hände von Spezialisten, zum Beispiel in einem der über 30 ausgewiesenen Kinderwunschzentren in der Schweiz begeben, um den Ursachen auf den Grund zu gehen, organische Ursachen auszuschliessen oder zu therapieren. Auch, weil das Thema ein sehr emotionales ist, welches die  Partnerschaft auf Dauer enorm belasten kann. Und: Viele Ursachen können dank modernster Therapien behoben werden, womit sich die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöht.


Erfolgschancen erhöhen

Beispiel Endometriose: Eine Studie aus Frankreich hat belegt, dass selbst nach mehreren fehlgeschlagenen künstlichen Befruchtungen eine Endometriose-Operation, bei der laparoskopisch die Verwachsungen im Unterbauch entfernt werden, eine Schwangerschaft ermöglichen kann. Die Schwangerschaftsrate betrug nach dem Eingriff betrug 43,8 Prozent. Zwischen OP und der tatsächlichen Schwangerschaft lagen durchschnittlich 11,1 Monate. 21,8 Prozent der Schwangerschaften waren spontan, 32,2 Prozent durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) entstanden, 21,8 Prozent durch einen Transfer gefrorener Embryonen, 18,7 Prozent durch eine ICSI und 3,1 Prozent durch eine intra-uterine Insemination (assistierte Befruchtung). Grundsätzlich sind Kinderwunschbehandlungen für betroffene Paare oft die letzte Chance doch noch Eltern zu werden – auch wenn die Belastung gross ist, sowohl körperlich, seelisch als auch finanziell. Die Aussichten stehen jedoch nicht schlecht: Bei der IVF zum Beispiel betragen die Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft rund 25 bis 45 Prozent.

Erstellt: 19.09.2022 07:00 Uhr

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