Gesunde Ernährung Lebensmittelpyramide auf dem Prüfstand

Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O für ein gesundes Leben. Was die Schweizer Lebensmittelpyramide empfiehlt und warum der Bund an einer Überarbeitung sitzt.  

Lebensmittelpyramide auf dem Prüfstand
Umweltgerechte und saisonale Produkte kaufen

Leichter gesagt als getan: Mit Freude und Genuss essen und trinken, und das auch noch gesund. Die oft Komplizierten, manchmal widersprüchlichen Ratschläge tragen dazu bei, dass für viele Menschen sich die Umsetzung einer gesunden Ernährungsweise im Alltag als schwierig gestaltet. Umfragen zeigen, dass das Wissen über eine ausgewogene Ernährung zwar durchaus vorhanden ist. Es mangelt aber oftmals daran, dieses Wissen auch in ein entsprechendes Verhalten, sprich in die alltägliche Ernährungspraxis umzusetzen. Hierbei soll die Lebensmittelpyramide helfen.

Kein Verzicht Nötig


Was genau steckt dahinter? Die Lebensmittelpyramide soll Menschen auf eine sehr anschauliche und nachvollziehbare Weise dabei unterstützen, sich ausgewogen zugunsten eines gesunden Lebensstils zu ernähren – entscheidend ist hier also nicht nur was man in welchen Mengen zu sich nimmt, sondern damit auch die Kombination verschiedener Lebensmittel im richtigen Verhältnis. Dabei haben alle Lebensmittel ihren Platz auf dem Speisezettel. Damit der Genuss nicht zu kurz kommt, lässt die Pyramide genügend Spielraum für persönliche Vorlieben. Grundsätzlich wird empfohlen, beim Kauf möglichst zu saisonalen, regionalen, fair gehandelten Produkten und/oder Bio-lebensmitteln zu greifen.

Schweizer Lebensmittelpyramide

 

Die Schweiz hat ihre eigene Lebensmittelpyramide, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) herausgegeben wird. Sie fusst auf der Lebensmittelpyramide aus dem Jahr 2011 und ist eine Weiterentwicklung des amerikanischen Modells. Der unterschied zur US-pyramide: es wurden die Gruppe der Getränke, der zuckerhaltigen Nahrungsmittel sowie der Fette hinzugefügt und mit Angaben über angemessene Portionen ergänzt. An der Basis der Pyramide sind die Nahrungsmittel aufgeführt, die in grösseren Mengen benötigt werden. Dazu gehören Getränke – der empfohlene Konsum beläuft sich auf täglich ein bis zwei Liter, bevorzugt in form von ungesüssten Getränken – gefolgt von Obst und Gemüse. An der Spitze der Pyramide sind diejenigen Lebensmittel zu finden, von denen Man nur wenig zu sich nehmen sollte. Süsses, Salziges und Alkohol «nur in kleinen Mengen geniessen», lautet hier die Empfehlung.


Fleisch: Ja oder Nein?


Und wie schaut es mit Fleisch aus? Wer nicht auf den Verzehr verzichten möchte, sollte zumindest wenig davon essen und nicht zu Billigfleisch aus Massentierhaltung greifen. Der Tipp der Lebensmittelpyramide dazu: «Konsumieren sie Fleisch massvoll – im Bewusstsein, dass zwei bis drei Portionen Fleisch (inklusive Geflügel und Fleischerzeugnisse) pro Woche genügen. » Des Weiteren sollten möglichst regional oder in der Schweiz hergestellte Produkte gekauft und Lebensmittel aus tierfreundlicher Haltung bevorzugt werden.

Nicht mehr Zeitgemäss?


Nachhaltigkeit ist ein Aspekt, der laut einer neuen Studie des auf Ökobilanzen spezialisierten Unternehmens ESU-services in der Schweizer Lebensmittelpyramide zu kurz kommt. Dr. Niels Jungbluth, Eigentümer und Geschäftsführer von ESU-services, nennt in einem Interview gegenüber nachhaltigleben.ch den Grund, warum es eine Überarbeitung in Hinblick auf die Umweltverträglichkeit unseres Essverhaltens braucht: «Die Ernährung hat auch indirekte gesundheitliche Auswirkungen. Sie macht etwa 20 bis 25 Prozent der Umweltbelastung aus, die wir in der Schweiz verursachen. Und diese Umweltbelastungen wirken sich wiederum auf unsere Gesundheit aus. Das BLV will die aktuelle Lebensmittelpyramide und deren Empfehlungen nun überarbeiten – und dabei den Aspekt nachhaltigkeit berücksichtigen. Die Veröffentlichung der neuen Lebensmittelpyramide ist für Anfang 2024 geplant.

 

Erstellt: 01.09.2022 07:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde von onlineimpact. erstellt. Die Redaktionen von Tages-Anzeiger und Tamedia / TX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.