Baurecycling Altbewährtes im neuen Gewand

Baumaterialien sind knapp und zuletzt immer teurer geworden. Experten zufolge wird dem Baurecycling die Zukunft gehören – genauso wie Forschern, die mit spannenden Lösungen aufwarten.

Altbewährtes im neuen Gewand

Wer sich entscheidet, neu zu bauen, vorher jedoch noch den Altbau abreissen muss, dem kann «das Herz bluten» – gerade dann, wenn bestimmte Baustoffe, wie etwa Holz oder Aluminium, im Bauschuttcontainer landen. Wie schön wäre es doch, diese Materialien – auch angesichts der rasant steigenden Baustoffpreise –
so zu recyceln, dass sie im eigenen Hausbau integriert werden können. Was bislang noch ein Traum ist, könnte weit in der Zukunft vielleicht sogar einmal Realität werden. Immerhin werden laut Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands, rund 70 Prozent der Rückbaumaterialien heute bereits generell wiederverwertet – eine gute Quote, welche allerdings auch noch Luft nach oben hat.


Fenster aus Trinkflaschen

Energieeffizientes Bauen ist das Thema schlechthin, um dem Weltklima Gutes zu tun. Und es müssen nicht nur offensichtliche Teile des Hauses wie Fassade, Dach oder Fussboden sein, um klimafreundlich zu handeln. Auch kleinere Bauteile, die sich unscheinbar im Gebäude verstecken, helfen dabei, nachhaltig zu sein und CO2-Emissionen zu senken. Beispiel: ein neues Dämmelement, das Fenster zukünftig noch besser isolieren soll, um Häuser möglichst gut vor Temperaturschwankungen abzuschirmen. Das Besondere laut Forschern der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) ist ein Schaumstreifen aus Polyethylenterephtalat, welcher aus recycelten PET-Flaschen gewonnen und anschliessend in den glasfaserverstärkten Kunststoff integriert wird. Der Trick dabei: In dem Schaumstreifen sind zahlreiche Luftporen, welche für einen hohen Dämmeffekt sorgen.


Bleibt die Frage, wie sich der neue Dämmsteg im Gesamtsystem «Fenster» mitsamt Glasscheiben, Aluprofilen und Dichtungen auswirken könnte? Wie die Forscher Ende Juli bekanntgaben, liesse sich – verglichen mit heutigen High-End-Ausführungen – die Wärmedämmung in einem neuen Bürogebäude um bis zu 20 Prozent verbessern. Weitere gute Nachricht: Der Dämmsteg ist mit allen gängigen Systemen kompatibel, was ihn künftig vielseitig einsetzbar machen könnte.

 

Erstellt: 03.09.2021 07:00 Uhr

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