Prävention Brustkrebs: Sportlich sein zahlt sich langfristig aus

Eine aktuelle Studie zeigt: Selbst bei erblicher Neigung kann das spätere Brustkrebs-risiko durch körperliche Aktivität in jungen Jahren reduziert werden.

Brustkrebs: Sportlich sein zahlt sich langfristig aus
Bewegung senkt Krebsrisiko

Körperliche Aktivität ist nicht nur gut für das Wohlbefinden, sondern kann auch das Risiko für zahlreiche Erkrankungen, darunter auch Krebs, senken. Studien der vergangenen Jahre ergaben deutliche Risikosenkungen für Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. Onkologische Fachleute nehmen an, dass allein rund neun Prozent aller Brustkrebsfälle in Europa auf unzureichende Bewegung zurückgehen. In der Schweiz erhalten laut Krebsliga jährlich etwa 6'300 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Die auch unter dem Begriff Mammakarzinom (lateinisch Mamma «Zitze, Brust; weibliche Brustdrüse») bekannte Erkrankung ist damit die beim weiblichen Geschlecht mit Abstand häufigste diagnostizierte Krebserkrankung– auch weltweit, so die Zahlen der Welt Gesundheitsorganisation WHO. Das Risiko steigt mit dem Alter, jedoch erst ab dem 40. Lebensjahr und insbesondere ab dem 50. Lebensjahr. Die eigentlichen Ursachen für Brustkrebs sind nicht bekannt.


Bewegung senkt Risiko

Dass bereits in jungen Jahren körperliche Aktivität einen grossen Einfluss auf das Risiko, an Krebs zu erkranken hat, konnte eine Studie belegen, die im Juli im American Journal of Preventive Medicine erschienen ist. Die zusammenfassende Überblicksanalyse, im Rahmen derer das Forscherteam Artikel in einschlägigen Fachzeitschriften unter die Lupe nahm, kam zu dem Ergebnis, dass viel Bewegung im Jugendalter auch bei erblicher Vorbelastung das Brustkrebsrisiko reduziert. Dies gilt auch für Frauen, bei denen eine Veränderung, eine sogenannte Mutation, in einem der Brustkrebsgene BRCA 1 oder 2 nachgewiesen wurde. In einer Studie war auch das Alter, in dem dann doch Brustkrebs auftrat, im Durchschnitt bei denen, die sich in der Jugend körperlich viel bewegt hatten, höher.

Brustkrebs: Sportlich sein zahlt sich langfristig aus
Eine Person gilt als körperlich inaktiv, wenn sie sich weniger als 150 Minuten pro Woche mit mässiger Intensität oder weniger als 75 Minuten intensiv bewegt.

Schweizer zu faul?

Doch Studien zeigen: Die Schweizer bewegen sich zu wenig. Eine repräsentative Umfrage der Groupe Mutuel aus dem vergangenen Jahr zeigt die Folgen der Coronapandemie: 45 Prozent der Bevölkerung trieben weniger Sport. Doch bereits vor der Krise, im Jahr 2019, brachte eine Studie der WHO zu tage, dass selbst die jungen Leute zwischen elf und 17 Jahren in der Schweiz tendenziell eher Bewegungsmuffel sind, also weniger als eine Stunde am Tag körperlich aktiv sind. Die so genannte Inaktivitätsquote lag hierzulande bei 89 Prozent und damit über dem weltweiten Durchschnitt der Untersuchung von rund 80 Prozent.


Früherkennung wichtig

Es gibt jedoch eine Vielzahl an weiteren Risikofaktoren wie eine Hormontherapie, Rauchen, fettreiche Ernährung, Vererbung und Übergewicht. Brustkrebs ist allerdings nicht die gefährlichste unter den Krebsarten, zudem stehen die Heilungschancen dank spezieller Therapien heute gut – sofern der Tumor möglichst früh entdeckt wird. Daher gilt: Ob bei der jährlichen Routineuntersuchung beim Gynäkologen oder durch selbstständiges Abtasten zu Hause – Brüste sollten regelmässig unter die Lupe genommen werden, um etwaige Veränderungen im Brustgewebe festzustellen. Früherkennung ist das A und O und erhöht die Heilungschancen: Sie liegen im Frühstadium bei etwa 80 Prozent.

Erstellt: 31.08.2022 07:00 Uhr

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